Die "Große Mühl" im österreichischen oberen Mühlviertel  entspringt im nordöstlichsten Zipfel des Bayerischen Waldes, im Dreiländereck Deutschland/Österreich/Tschechien auf einer Höhe von ca. 1.260 m. Sie passiert als kleiner Bach nahe Breitenberg (Bayern)  die österreichische Grenze und zieht sich durch die Region oberes Mühlviertel von West nach Ost. Beim Markt Haslach vereinigt sie sich mit der "Steinernen Mühl", biegt in Richtung Süden ab und mündet nach ca. 70 km bei St. Martin im Mühlkreis in die Donau. Der Ort Ulrichsberg, zwischen der Landesgrenze und Aigen gelegen, war diesmal unser Ziel. Der Ort liegt auf 626 m Seehöhe am Böhmerwald, der die Grenze zu Tschechien bildet. Diese Gegend gehört zum Europaschutzgebiet Natura 2000.

 Fliegenfischen mit Genuss

Große Mühl
Die Region Böhmerwald ist ein schwach besiedeltes Gebiet, prädestiniert für Ruhe-Suchende. Wandern, Radfahren sowie Wellness stehen hier im Frühjahr/Sommer und Herbst auf der Tagesordnung in einer wunderbaren Naturlandschaft, Naturschauplätze, Kräuterparadies im Ort Klaffer, oder Schaubetriebe wie Imkerei, Ölmühle, Speckwerkstatt u.v.m. Für Fliegenfischer und Nichtfischende genau das Richtige für Stressabbau, zur Entspannung und zum Kraft-Tanken.
Große Mühl  Große Mühl
Die "Michl", wie die Einheimischen liebevoll ihre Große Mühl nennen, ist ein breiter Wiesenbach, gesäumt von Erlen, Büschen und weitläufigen Blumenwiesen. Das Wasser aufgrund des Urgesteins eisenhaltig, ist klar und zeigt eine dunkelgoldene Färbung. Bis auf wenige Abschnitte lässt sich die Fliegenfischer-Strecke Ulrichsberg ausgezeichnet bewaten. Sobald man ins Wasser steigt und die erste Trockenfliege präsentiert, ist es mit der "Ruhe" vorbei. Die Große Mühl beherbergt ganz sicher wesentlich mehr "Bewohner" als links und rechts des Flusses Menschen wohnen. Eine hohe Bachforellenpopulation der Mühlviertler Urforelle erzeugt bei jedem Fliegenfischer permanente Adrenalinschübe. Zudem fängt man Äschen und vereinzelt Regenbogenforellen sowie ab und zu Bachsaiblinge. Mühlkoppen und auch das Bachneunauge beweisen die Wasserqualität 1 ! Die Ur-Bachforelle an der Großen Mühl erreicht eine Maximallänge von ca. 45 cm, aber durch die ausgeglichene Alterspyramide fängt man logischerweise auch sehr viele kleinere und mittlere Fische. Sie alle sind wunderschön gezeichnet und kampfstark.
 
Nun zur Streckenführung:
Das Catch&Release-Revier ist gut 4,5 km lang und beginnt am unteren Ende ab der Brücke in Bruckhäuseln b. Zaglau flussaufwärts. Die Zufahrt ist einfach zu finden. In Schindlau - von Ulrichsberg kommend - vor dem hölzernen Bushäuschen rechts abbiegen und die kleine geteerte Straße runter, über die Brücke und gleich rechts den Wagen parken. Die Große Mühl ist hier ca. 12 - 15 m breit und leicht bewatbar. Mit der richtigen Fliege, Rehhaar-Sedge, Bivisible oder Parachute, alle in Hakengröße 12, ist man bestens ausgerüstet. Flache Wasserzonen bitte nicht vernachlässigen! Wer die Randzonen intensiv befischt, wird begeistert sein. Fischen auf kurze Distanz, das ist effektiv und macht Spaß! Danach wird die Große Mühl etwas enger und schneller. An den Seiten bilden sich Taschen, in denen schöne Bachforellen und manchmal auch Regenbogenforellen aktiv sind.
Große Mühl  Große Mühl
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Im weiteren Verlauf bis hinauf zu einer längeren, geraden Strecke läuft sie flott und verbreitert sich wieder auf 12 - 15 Meter. Weiter oben steht linker Hand ein Bauernhof. Auf Höhe dieses Anwesens fängt man schöne Äschen. Mehrere leichte Kurven führen dann hinauf zum Hirtenstein, einem großen Felsbrocken am Fluss. Sowohl unterhalb, als auch oberhalb dieses markanten Felsens geben sich Forellen und Äschen die "Flosse".
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Weiter aufwärts geht es in Richtung Kläranlage, die sich rechts abseits der Großen Mühl befindet. Hier zeigt der Fluss ein stärkeres Gefälle als sonst, wird aber im weiteren Verlauf wieder ruhiger und breiter. Erlet heißt dieser Abschnitt, der - je näher man an Ulrichsberg kommt -  mit mehreren tieferen Gumpen auch für Nymphe u. Streamer gut geeignet ist. Unterhalb von Ulrichsberg, direkt an der Straßenbrücke, mündet der E-Werks-Graben ein. Nicht einfach zu befischen, aber sehr interessant. Die Restwasserstrecke bis hinauf zum Naturbad (Wehr) ist, da nicht allzu tief, teilweise sehr sichtig und führt bei Normalwasser eben nur einen Rest. Der Zubringerkanal vom Wehr am Bad bis hin zum E-Werk steckt voller Überraschungen. Am Natur-Freibad wurden leider die Schatten spendenden Bäume an der Südseite gänzlich abgeschnitten, trotzdem lassen sich dort viele schöne Fische überlisten. Beim Einlauf in das Naturbad (Rechtskurve) wird es mit dem Waten schwierig. Die Große Mühl wird jetzt schmal (ca. 5 Meter) und die starke Strömung und eine Tiefe von bis zu 1,20 Meter lassen das Waten nicht zu. Aber bitte nicht täuschen lassen, sogar in der Mitte dieser Strömung steigen die Forellen  rasant zur Fliege hoch. Ca. 100 m weiter macht der Fluss wieder eine Linkskurve, wird wieder etwas breiter und teilweise ruhiger. Ein großer Gumpen beschert dem Fliegenfischer bereits im Auslauf viel Erfolg.
Große Mühl Große Mühl
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Im weiteren Verlauf wechselt die Gewässerstruktur einige Male von schnelleren Zügen mit leichtem Gefälle auf ruhigere Bereiche. Das Einsteigen in den Fluss ist bis auf ein paar dichtere Gebüsch- /Baumabschnitte auf beiden Seiten des Flusses kein Problem. Immer wieder schöne Vertiefungen und Rinnen bieten Wohnbereiche für stärkere Fische bis hinauf zur tiefsten Stelle, einem lang gezogenen Gumpen unterhalb der Stangler Brücke im westlichen Ortsbereich von Ulrichsberg. Neben dem Fluss verläuft teilweise ein Wanderpfad von der unteren Grenze bis zur Brücke am E-Werks-Einlauf linksseitig aufwärts und vom Natur-Freibad an rechtsseitig aufwärts bis zur oberen Reviergrenze.
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Um die gesamte Strecke ruhig und genussvoll zu befischen, kann man sich locker einige Tage gönnen.  Herrliches klares Wasser, die Stille, duftende Blumenwiesen, eine interessante Insektenwelt nebst Terrestrials, „putzmuntere“ Jungfischchen die auf alle Fliegen „gehen“, kann man so schnell nicht vergessen. An diesem Wiesenfluss ist das Fischen sowohl für Geübte, Fortgeschrittene und Beginner ein Eldorado. An kaum einem anderen Gewässer wird die Trockenfliege so oft und so viele "Feindberührungen" erleben, wie hier. Die ideale Basis für das Genussfischen, zum Lernen und Erfahrung sammeln!
Große Mühl Große Mühl
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Dass es an der Großen Mühl nicht alle 200 m einen Parkplatz gibt, spricht für die Natürlichkeit der Gegend.
Parkmöglichkeiten: An der Brücke untere Grenze in Bruckhäuseln, im Bereich Erlet - Kläranlage, am Naturbad und an der oberen Grenze beim Baustoffzentrum.
Die Saison  geht vom 1. Mai bis zum 30. September. Reine Fliegenstrecke, Catch & Release, absolut widerhakenloses Fliegenfischen mit Fliege, Nymphe bzw. Streamer. Jeder Fisch muss vorsichtig und unverletzt wieder zurückgesetzt werden.
Große Mühl-Bachforelle Große Mühl/Äsche
Schützen Sie diese Ur-Forellen und Äschen, indem Sie sie nach dem Drill bereits im Wasser aushaken und sie auch nicht zum Fotografieren extra herausheben. Geben Sie damit Ihre Freude an die Natur mit Achtung und Umsicht zurück. Sollte eine Methusalem-Forelle (solche gibt es auch) ab 55 cm Länge gefangen werden, dürfte diese entnommen werden, es ist aber keine Pflicht!
Große Mühl/Regenbogenforelle Große Mühl/Bachforelle
Tageslizenzen: Touristen-Info-Zentrum, Hauptstraße 2, A-4160 Aigen i. Mühlkreis, Tel. 0043-(0)57890100, email: info@boehmerwald.at, Web: www.boehmerwald.at. oder für Hotelgäste: Hotel Bergkristall in Schwarzenberg, Hr. Christian Eisner - Informationen siehe unten.
Lt. OÖ-Fischereigesetz muss jeder Fischer ein gültiges Fischereilizenzbuch vorweisen, das selbstverständlich neben dem Tages/Wochenlizenzschein mitzuführen ist. Preis pro Jahr 15,-€.
Kartenpreise: 1 Tag 40,-€, 2 Tage 70.-€, 3 Tage 100,-€, 4 Tage 120,-€, 5 Tage 140,-€
Wochenkarte: 150,-€
Wir wohnten während unserer 3-Tages-Reportage im "Hotel Bergkristall" in Schwarzenberg und haben uns dort sehr wohl gefühlt. Schöne Zimmer, familiäre Atmosphäre und wohlschmeckendes Abendessen sind die Grundlage für entspannte Fliegenfischerei! Ganz neu: Ab Juli 2013 erhält man die Fischereilizenzen inkl. staatliches Lizenzbuch gleich im Hotel Bergkristall. Die Große Mühl ist nur 10 Autominuten davon entfernt. Der Trockenraum ist auch im Sommer beheizt, damit die Watbekleidung schnell trocken wird.
Das sehr persönlich geführte "Hotel Böhmerwaldhof" direkt in Ulrichsberg, verfügt über großzügige Gasträume. Alle Zimmer sind gemütlich eingerichtet und verfügen über einen Balkon. Für Fliegenfischer gibt es zum Trocknen der Watbekleidung einen Trockenraum. Die staatliche Fischereilizenz (OÖ-Fischerbüchl) und Tageskarten für die Große Mühl erhält man direkt an der Rezeption.
   Hotel Bergkristall Hotel Bergkristall
Hr. Christian Eisner
Schwarzenberg 129
A-4164 Schwarzenberg
Tel.: 0043-(0)7280-20120-30
email: info@bergkristall-muehlviertel.at
www.bergkristall-muehlviertel.at
Hotel Böhmerwaldhof

Hotel Böhmerwaldhof GmbH
Kirchengasse 4
A-4161 Ulrichsberg
Tel.: 0043-(0)7286-27363
email: office@boehmerwaldhof.at
www.hotel-boehmerwaldhof.at

mehr Informationen zu beiden Hotels in der > Royal Flyfishing-Fotogalerie, unter der Kategorie:
Hotels/Gasthöfe/Pensionen in der Nähe von Fliegenfischer-Gewässern (Große Mühl)

Nachdem die Region oberer Böhmerwald nicht nur für Fliegenfischer, sondern auch für nicht fischende Begleitpersonen bzw. Familien eine Menge Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten bietet, wollen wir hier auch darauf eingehen. Wandern (viele Themen-Wanderwege), Radfahren (jede Menge Radrouten), Golfpark 18 Loch, der Schwarzenberger Schwemmkanal, Museen, die Stiftsbrauerei in Aigen, Bogensport, Hochseilgarten, Modaublick-Aussichtsturm, Heilkräutergarten, Erlebnis-Imkerei, Badesee Klaffer, Naturbäder, Freibäder, Moldau-Stausee (Lipno), Böhmerwaldschule (Walderlebnisse) und das war noch nicht alles! Beim Tourismus-Zentrum Aigen kann man das Magazin Freizeit & Ausflug anfordern, oder direkt zur Webseite: www.boehmerwald.at
 <<< genaue Große Mühl-Streckenzeichnung im Datenblatt (PDF-Datei)
Große Mühl


mehr Fotos von der "Großen Mühl" in unserer
Royal Flyfishing-Fotogalerie 

Text: Peter Sagerer, Eva Geigl
Fotos/Layout: Eva Geigl