Longa Die Longa im Lungau - unverbaute Natur pur!
Der Lungau ist die südöstlichste Gegend des Salzburger Landes, ganz nah an Kärnten und der Steiermark. Vor knapp 2.500 Jahren siedelten die Kelten in dieser sehr sonnenreichen Gegend und gaben den Flüssen und Bächen ihre Namensbezeichnung. Der heutige Name Longa kommt vom keltischen Lonkina "Die Gekrümmte", weil sie unterhalb der Gemeinde Weißpriach seit Jahrhunderten herrlich mäandert. Im Jahre 1488 wurde "Lonnga" zum ersten Mal offiziell erwähnt und es liegt nahe, dass sich daraus auch der Name LUNGAU für diese Gegend entwickelte. Die Longa (die Einheimischen nennen sie: Lonka) entspringt hoch oben in den Schladminger Tauern, und rauscht über zum Teil steiles, felsiges Gelände hinunter bis in die auf 1.100 m Seehöhe liegende Weißpriach-Ebene, von hier weiter nach Mariapfarr, wo sie in die Taurach mündet. Gesamtlänge von der Quelle bis zur Mündung ca. 15 km.
Viele Jahre war das Fliegenfischen per Gastkarte in Weißpriach aufgrund Anpachtung durch Privatleute nicht möglich. Seit dem Jahr 2012 bewirtschaftet die Gemeinde selbst das Revier Longa mit ca. 4,9 km Länge und es gibt ab jetzt erfreulicherweise günstige Tageslizenzen für Gäste.
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Auf der gesamten Strecke fließt die Longa in ihrem ursprünglichen Bett, das zu keiner Zeit kanalisiert oder sonst von Menschenhand umgebaut wurde. Für Liebhaber echter Natur ein Genuss! Das Gebirgswasser ist kalt und erreicht auch im Hochsommer kaum mehr als 10-13 Grad. Dass die herrlich gezeichneten Bach- , Regenbogenforellen und Saiblinge deswegen - und auch aufgrund der Höhenlage - keine extremen Größen erreichen können, hat die Natur so eingerichtet.
Ein Teil der Salmoniden ist wild aufgewachsen, der Rest stammt aus kleinen Fischzuchten mit Strömungsbecken. Der Fischbestand ist wirklich gut, aber man muss sich den Erfolg schon durch genaues Beobachten bzw. Lesen des Wassers erarbeiten. An vielen Stellen links und rechts in der Longa befinden sich verschieden lange, tiefe Züge (zu tief zum Waten) weshalb man sich äußerst vorsichtig vom Ufer aus anpirschen muss. Das Wasser ist glasklar, weshalb es nur einen erfolgreichen Weg gibt: stets flussaufwärts und wie ein Indianer anschleichen!
Wir hatten am ersten Tag unserer Reportage sehr hohen Wasserstand,
der aber dann jeden weiteren Tag 8 - 10 cm zurückging.
Dadurch stieg die Aktivität der Wasserbewohner enorm und das gute Wetter brachte eine Menge Insekten hervor. Nicht nur Eintagsfliegen, Steinfliegen, Köcherfliegen, sondern auch Terrestrials wie Junikäfer und Heuschrecken.
Links und rechts der gesamten Revierstrecke befinden sich reine Bergwiesen auf denen Pferde und Kühe weiden. Keine Angst, sie sind wirklich ganz friedlich und lassen deshalb entspanntes Fliegenfischen zu. Man kann problemlos alle Ufer betreten, auch im Ortsbereich Weißpriach sind die Anwohner sehr nett und aufgeschlossen. Außerhalb von Weißpriach müssen ab und zu Zäune (mit Stacheldraht) überwunden werden, was man zum Wohle der Wathose äußerst vorsichtig angehen sollte. Man muss im Wasser äußerst vorsichtig sein und darf die Strömung nie unterschätzen, besonders wenn man im oberen Teil der Longa queren will. Steht man ein Weile an einer Stelle, verschwindet der Kies unter den Füssen und man hat das Gefühl "unterspült" zu werden. Es befinden sich an vielen vermeintlichen Einstiegsmöglichkeiten Kalkmergel-Ablagerungen, besonders im unteren Abschnitt der Longa (Mäander-Bereich). Diese sind oft tiefer als man glaubt, sinkt schnell ein und rutscht unkontrolliert ins Wasser. Also extrem aufpassen - vor allem aber am Rand der tieferen Züge…die Gumpen dort sind sehr tief!!
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Wir erlebten, dass die Fische der Longa nicht gerade wählerisch in Bezug auf Fliegen- und Nymphenmuster sind. Das Bissverhalten auf Trockenfliege überraschte uns sehr! Normalerweise werden Insekten an schnell fließenden Gebirgsgewässern vehement und sehr schnell attackiert. An der Longa lassen die Salmoniden den Fliegenfischer fast immer genau zusehen, wenn sie hochkommen und gemütlich die Fliege nehmen. Nur nicht die Rute zu schnell anheben!
Rehhaar-Sedges (auch ganz große Muster), Eintagsfliegen, Parachute, Steinfliegen, Käfer etc., alles ist fängig, wenn man nur gut und genau präsentieren kann. Etwas Erfahrung sollte jeder mitbringen und geübt im Werfen sein, denn das Ufer der Longa ist meist von Büschen und Bäumen gesäumt. Letztere liegen auch an manchen Stellen im Flussbett, was schon einen guten Umgang mit Rute und Schnur erfordert.
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Die Streckenführung:
Etwa 600 m unterhalb von Weißpriach wandert man von der Straße aus über eine große Weide zu einer kleinen Brücke, welche die untere Grenze markiert. Von hier aufwärts mäandert die Longa in schönen Schleifen über die Wiesen, bis sie sich wieder kurz vor dem Ort zur Straßenseite begibt. Durch das mäandern der Longa glaubt man zeitlich viel unterwegs gewesen zu sein und dennoch ist man geografisch kaum ein Stück weiter.
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Es sind etwa 1,7 km, die aufgrund der Wassertiefe kaum bewatet werden können. Weiter auf Höhe des Sägewerkes bei der Holzbrücke (Parkmöglichkeit) kann man unterhalb des großen Gumpens mit Kehrwasser einsteigen, muss aber dann aufwärts immer wieder neue Einstiegsmöglichkeiten erforschen, da tiefere Züge durchgängiges Waten verhindern. An der nächsten Brücke (Beton) hat die ÖBF AG (Österr. Bundesforste) ein Pegelmessgerät und auch ein Infrarot-Zählgerät zum Erfassen der Wasserbewohner installiert. Hier wird aufgezeichnet, wie viele und vor allem auch welche Fischarten diese Station passieren, um somit besseren Überblick über den Bestand zu erfahren.
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In der Ortsmitte befindet man sich ungefähr in der Mitte des Reviers, was jedem hier wohnenden Gastfischer die Benutzung seines Wagens grundsätzlich überflüssig werden lässt. Außerdem sind durch die großen, eingezäunten Weidewiesen fast keine Parkmöglichkeiten vorhanden. Es ist halt alles noch echt, natürlich und bestimmt nichts für „Fußlahme“.
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Oberhalb des Ortes ist schnelleres Wasser angesagt, das z.Teil auch bewatbar ist. Hier stehen Bachforelle und Co. an den Seitenrändern und in kleinen, vom Baumbewuchs erzeugten ruhigeren Bereichen. Immer wieder gibt es 90 Grad Kehren mit tiefen Gumpen und schönem Kehrwasser, in denen stets schöne Fische wohnen. Je weiter man nach oben wandert, desto enger wird der Gebirgsbach und logischerweise auch schneller. An der einzigen Straßenbrücke nach der alten, verfallenen Mühle in Hinterweißpriach endet das Revier.
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Die Longa ist eine reine Fliegenfischerstrecke und darf nur mit Schonhaken befischt werden. Außerdem gilt die Vorschrift, ausschließlich knotenlose Schonkescher zu verwenden. Bei Nichtbeachtung der Bestimmungen wird die Lizenz sofort entzogen. Revierlänge 4,9 km, Breite 5-12 m, Tiefe bis zu 2,50 m. Fliegenfischer, welche im Gemeindebereich übernachten, erhalten von der Gemeinde Weißpriach günstigere Tageslizenzen. Ohne Übernachtungsnachweis kostet die Tageskarte € 65,-.  Pro Tag werden nur 6 Lizenzen ausgegeben, weshalb man sich unbedingt vorher die Reservierung sichern sollte. Die Fliegenfischersaison beginnt - je nach Schneelage - Anfang Juni und ist ab ca. 15. Juni auch vom Wasserstand her ideal. Ende der Fliegenfischer-Saison ist Mitte bis Ende Oktober.
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Wir hatten 3 wunderschöne Fliegenfischertage an der Longa und können dieses Revier bestens empfehlen.
Vor allem Naturliebhaber und vom Job stressgeplagte Fischer werden dort in dieser Ruhe
herrliche Entspannung und wunderbare Erholung finden.

Allgemeine Informationen & Fischerei-Regeln:
Voraussetzung für das Fliegenfischen an der Longa ist die absolvierte Fischerprüfung
Pro Person darf nur 1 Angel verwendet werden, pro Tag dürfen 4 Fische mitgenommen werden:
2 Forellen und 2 Saiblinge mit mind. 28cm. Fliegenfischen nur mit Schonhaken !


weitere Informationen in Royal Flyfishing:

 "Longa"      > Lageplan        > Fischwasserskizze        > Fischerregeln (PDF-Datei)

 weitere Informationen zur "Longa"

 noch mehr Fotos von der "Longa" in unserer Royal Flyfishing-Fotogalerie
Unsere Empfehlung:
In den Sommermonaten ist das Weißpriachtal oberhalb der Revierstrecke zum Wandern und für Touren mit dem Mountainbike wie geschaffen. Die einzige Straße im Tal ist keine Durchgangstraße, sondern endet zunächst an der Jausenstation Dicktlerhütte,  auf 1.148 m Seehöhe. Ab hier besteht auch die Möglichkeit für € 4,- ein Maut-Ticket zur Weiterfahrt bis hinauf zur Grangler-Hütte - 1.320 m Seehöhe - zu lösen. Beide Hütten sind wirklich empfehlenswert! Aber auch die nicht weit entfernten Orte wie St. Michael und Tamsweg sind einen Ausflug wert. Für die nichtfischende und sportbegeisterte Begleitung eines Fliegenfischers bietet dieses Tal einen hervorragenden Zeitvertreib.
nachfolgend empfohlene Unterkunfts-Möglichkeiten.
Beschreibungen sind zu finden in unserer Royal Flyfishing-Fotogalerie in der Kategorie Hotels, Pensionen ect. nahe Fliegenfischer-Gewässern > Longa > http://royalflyfishing-fotogalerie.de/index.php?cat=20
Ferienhaus "Longa"

Familie Brugger
Ferienhaus "Longa"
St. Rupert 101
A-5571  Weißpriach
Tel.: 0043(0)6473/20174
mobil: 0043(0)664/3014389
email: haus.brugger@aon.at
www.ferien-brugger.at

Sauschneideralm Sauschneideralm
Felix Miksch EU
Fanningberg 179
A-5573 Weißpriach
Tel.: 0043-(0)664-3562562
email: info@sauschneideralm.at
www.sauschneideralm.at


Bericht: Peter Sagerer
Fotos/Layout/Fotogalerie/Informationen: Eva Geigl