Passer Südtiroler Wildwasser

Südtirol, dieses äußerst beliebte Urlaubsland, ist seit vielen Jahren das Ziel vieler Fliegenfischer. An Flüssen wie Eisack, Etsch, Talfer, Falschauer, Ahr, finden Fliegenfischer schöne Entspannung bei feiner Fliegenfischerei. Wir testeten dieses Mal die Passer im Passeiertal. Dieses Tal hat klimatisch etwa die gleichen Vorzüge, wie die weltbekannte, etwas südlicher liegende Stadt Meran. Unser Ziel waren die Reviere der Privatfischerei "Schildhöfe" Passeier zwischen den Ortschaften Quellenhof und St. Martin.
Die Passer entspringt am Timmelsjoch in einer Höhe von 3.479 m Seehöhe, fließt durch das Passeier-Tal (Val Passiria) und mündet auf einer Seehöhe von nur 294 m in Meran in die Etsch. Mit 42,6 km Länge ist sie einer der größten Etsch-Zuflüsse. St. Martin liegt auf ca. 600 m Seehöhe.
Das Revier der Zone C – No kill Strecke – beginnt unterhalb des Hotels Quellenhof, am Ende des Golfplatzes. Die Schwelle Granstein markiert die unterste Grenze. Von hier aufwärts verläuft diese catch&release-Strecke ca. 2  km bis zu einem natürlichen Wehr. In diesem Revier gibt es praktisch nur Wildfänge, da man wegen des mehrere Jahre praktizierten Entnahmeverbots keine Fische besetzen muss. Es sind gut sichtbar große Tafeln angebracht, die das Ende der No kill Strecke und den Anfang der Fliegenfischer-Strecke (Zone B) angeben. Dieser Abschnitt zieht sich hinauf bis nach St. Martin zur St. Anna Brücke und ist ca. 4 km lang. In Zone B ist die Entnahme von maximal 3 Fischen erlaubt, weshalb hier auch jedes Jahr Besatzmaßnahmen durchgeführt werden. Die Saison für beide Reviere beginnt im Frühjahr am 2. Sonntag im Februar und endet am 30. September.
Die Passer ist ein wilder Fluss, wie man aus den vielen Fotos (siehe auch Fotogalerie >) ersehen kann. Die Bewatbarkeit ist recht gut, aber absolute Fitness ist Pflicht, denn der Wasserdruck der Passer ist an manchen Stellen sehr hoch und nachdem beide Ufer dicht bewachsen sind und zudem teilweise auch steil abwärts gehen, muss man wirklich gut zu Fuß sein. Bei Niedrigwasser von März bis Anfang Mai, und von Mitte August bis in den Herbst hinein, können größere Strecken durchgewatet werden.
Ist der Pegelstand außerhalb der Schneeschmelze mal etwas höher, muss man oft die Böschungen rauf und runterklettern. Wir möchten nicht vergessen zu erwähnen, dass es manchmal an Wochentagen trotz schönem Wetter tagsüber zeitweise zu Eintrübungen kommen kann. Ab und zu wird dann gerade irgendwo am Oberlauf im Flussbett oder in den Seitenbächen wegen Muren ect. gebaggert. In der Zeit von Mitte Mai bis Ende Juli sollte man sich vorher genau über den Wasserstand erkundigen, da aufgrund des weit über 3000m hohen Quellgebietes die Schneeschmelze lange dauert. Beste Zeiten sind das Frühjahr und der Herbst.
Die Insektenwelt ist nicht allzu üppig und beschränkt sich hauptsächlich auf Köcherfliegen und Steinfliegen. Wenn die Forellen aktiv sind und steigen, nehmen sie fast jedes Muster, denn das Wasser ist schnell und sie haben keine Zeit zum Überlegen! Sedges, Bivisible, Parachute sowie braune und schwarze Käfer sind eine gute Wahl. Wir haben mit Köcherfliegen-Nymphen mit schwarzem Tungstenkopf sehr gut gefangen. Auch kleine dunkle Streamer wurden heftig attackiert. Bach- und Regenbogenforellen sind äußerst kampfstark und letztere haben eine ausgeprägte Vorliebe für heftige und große Luftsprünge.
Hinter jedem großen Block und in jedem längeren Zug stehen mehrere Forellen. Wer die Wildbach-Fischerei liebt und beherrscht, wird auch aus kleineren Senken und Rinnen schöne Salmoniden überlisten können. Weite Würfe sind kaum erforderlich, denn die Fische stehen überall. Vorsichtiges Anpirschen ist sehr wichtig, denn damit fängt man auch auf sehr kurze Distanz. Der Fischbestand ist tadellos und bietet mit Bach-, Regenbogenforellen, Marmorierten Forellen und manchmal auch Saiblingen schöne Abwechslung.
Fliegenfischen an der Passer ist – das muss gesagt werden - eine große Herausforderung. Wer wegen des schnellen Wassers nicht gleich zurecht kommt, dem empfehlen wir, sich an Robert Kofler zu wenden, der Guiding anbietet. Er kennt die beiden Reviere wie seine (Fliegenfischer-) Westentasche und wird dafür sorgen, dass jeder die Besonderheiten der Wildwasser-Fischerei mit Fliege/Nymphe schnell und erfolgreich erlernt bzw. verbessert. Sein Guide-Angebot ist am Schluss unseres Berichtes aufgeführt.
Parkmöglichkeiten am Wasser sind spärlich, weshalb viele Wege zum Fluss zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Unterhalb des Hotels Quellenhof – fast unmittelbar an der unteren Grenze der No-kill Zone – befindet sich der einzige leichte und ebene Einstieg (ist vom Hotel aus erreichbar). Etwas weiter flussaufwärts (ca. 1,5 km) gibt es einen kleinen Parkplatz neben der Straße. Wer zur anderen Seite der Passer will, kann nur bei Niedrigwasser durchwaten. Ansonsten fährt man Richtung St. Martin und biegt in Kalm beim Sägewerk rechts in die kleine geteerte Straße ein. Diese führt dann über eine Brücke und weiter am Klärwerk vorbei. Unmittelbar bevor diese Straße beginnt auf einen Berg anzusteigen, zweigt ein befahrbarer Weg rechts ab zu "Ferienwohnungen". Einfach weiter fahren und kurz vor dem Wald rechts in den Waldweg einbiegen. Nach etwa 100 Metern, findet man rechts eine kleine Lichtung mit Bienenhaus und kann dort das Auto abstellen und ab geht's zum Fischen...aber vorsichtig die Böschung runter.
Man befindet sich hier etwa gegenüber vom Hotel Quellenhof. Wir erlebten dort eine sehr erfolgreiche Fliegenfischerei (und ein paar Kratzer von den Büschen beim herunterklettern). Ideale Wege zum Wasser muss man sich hier suchen. Wer nach der Brücke in Kalm direkt rechts vor die Kläranlage fährt, kann auch hier parken und dann flussaufwärts gehen. Bitte nicht die schmalen Rad- oder Wanderwege befahren, das könnte Probleme geben.
Im Bereich von Kalm gibt es eine sogenannte Restwasserstrecke, wo durch ein kleines E-Werk viel Wasser abgeleitet wird. Hier führt die Passer weniger Wasser und trotzdem – viele Fische hinter jedem Stein. Weiter oben, in der Nähe der St. Anna-Brücke in St. Martin (obere Grenze Zone B) kann man auch noch Parkmöglichkeiten finden.
Die Charakteristik des Flusslaufes besteht aus vielen – teils mitten im Fluss liegenden – großen Felsblöcken, wie man auf unseren Fotos sieht. Durch die schnelle Fließgeschwindigkeit und das dadurch erzeugte Rauschen des Wassers sind Nebengeräusche auch in Straßennähe nicht oder nur wenig zu hören. Man fühlt sich also beim Fliegenfischen sowohl optisch – weil tiefliegend -  wie auch akustisch, vollkommen als Teil der Natur.
Ab sofort können sowohl die Tageskarten (€ 30,-) als auch die staatl. Lizenz (€ 30,--; 3 Monate gültig) direkt an der Rezeption im Quellenhof erworben werden. Ein neuer und sehr praktischer Service des Hotels!
Wer sich einem Guide anvertrauen möchte, kann sich mit Robert Kofler absprechen.
Einzelguiding € 250,-/Tag; ab 2 Tage € 195,-/Tag;für 2 Personen € 175,-/Tag und Person
Anfängerkurs: 2 Tage € 250,- / Perfektionskurs: 2 Tage € 250,-
weitere Informationen:
Fischereiverordnung "Schildhöfe" Passeier Fliegenfischerstrecke Passeiertal



Wellness Hotel Quellenhof
Sport und Wellness Resort Quellenhof****de luxe
Tel.: 0039-0473-645474 - Fax: 0039-0473-645499
email:
info@quellenhof.it
www.quellenhof.it



Das Hotel Quellenhof hat sich gut auf Fliegenfischer eingestellt und bietet nichtfischenden Begleitpersonen und Kindern eine Menge Freizeitaktivitäten. Von Golf über Tennis, Schwimmbad, großes Wellness-Angebot, tolles Reit-Programm, geführte Wanderungen, Bergsteigen und vieles mehr. Der Aufenthalt im Hotel ist geprägt von wohltuender alpiner Eleganz, familiärer Herzlichkeit und einer exzellenten Küche. Mehr Informationen dazu in unserer > Fotogalerie unter der Kategorie: Hotels, Pensionen...nahe Fliegenfischer-Gewässern.


 weitere Fotos von der Passer in unserer Royal Flyfishing-Fotogalerie
 kleine Fotogalerie: entlang der Passer, Andreas Hofer Museum

Bericht: Royal Flyfishing
Fotos/Grafiken/Layout: Eva Geigl