Urschlauer Ache Die Urschlauer-Ache: das Wohlfühl-Fliegenfischer-Erlebnis

Der Kurort Ruhpolding liegt im Miesenbacher Tal im Landkreis Traunstein in den Chiemgauer Alpen in Bayern. Das war unser Ziel, denn hier – so sagte man uns – würden wir ein Fliegenfischer-Revier der ganz besonderen Art finden.
Die Urschlauer Ache entspringt auf ca. 900 m Seehöhe etwa 3 km oberhalb des Dorfes Urschlau. Bis zur Einmündung in die Weisse Traun direkt im Ortsgebiet Ruhpolding ist dieser Gebirgsbach insgesamt an die 12 km lang. Die Fliegenfischerstrecke der Fam. Stegmeier vom Wohlfühlhotel Ortnerhof, erstreckt sich knapp 5 km von der Mündung in die Weiße Traun bis hinauf nach Vorderbrand zur der Brücke an der ein Wegweiser auf eine Glockenschmiede verweist.

Einmündung in die Weiße Traun >

Es ist kaum zu glauben, aber dieses Revier ist seit vielen Jahren kein sogenanntes "put & take"-Wasser, sondern hier gilt nur catch & release! Alle Salmoniden –Bachforellen und Regenbogenforellen– unterliegen der strikten Hegepflicht, da sie sich ausnahmslos selbst reproduzieren.
Einmündung in die Weiße Traun
Mit großer Freude konnten wir feststellen, dass es damit gelungen ist, einen Fischbestand mit einer ausgewogenen Alterspyramide ganz natürlich heranwachsen zu lassen. Begleitende Maßnahme ist auch die Reduzierung des Befischungsdruckes. Es dürfen pro Tag nur maximal 3-4 Fliegenfischer ans Wasser. Dazu ist widerhakenloses Fischen absolute Pflicht und nur Fliege oder Nymphe erlaubt. Keine Streamer, keine Jigs, keine Brotfliege!

Neu ist auch, dass jede Forelle nach dem Drill weder zum Aushaken noch zum Fotografieren nicht mehr aus dem Wasser gehoben werden darf. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigten, dass extrem viele Salmoniden den Sauerstoffentzug nach dem Drill nicht verkraften und nach 2-4 Tagen einen totalen Kollaps erleiden. (siehe Artikel in Royal Flyfishing "Der Drill"  in der Rubrik > Wissenswert)
Der Gebirgsbach ist zwischen 5 und 10 m breit und die tiefsten Gumpen dürften im Moment bei Niedrigwasser etwa bis zu 1,50 m tief sein. Das extrem reine Wasser der Ache zwingt jeden Fliegenfischer zur "Indianer-Pirsch".  Wir haben uns 3 Tage lang intensiv mit der gesamten Strecke befasst und jeden Winkel befischt. Am ersten Tag war Stuart, der Guide des Hotel Ortnerhof, leider terminlich verhindert, so dass wir praktisch wildfremd ans Wasser gingen.
Fremd waren uns die vielen Bachforellen die wir überall ausmachten nicht, aber eines war uns klar: sie waren wild und nicht gesetzt! Vereinzelt sahen wir auf den ersten 500 Metern von der unteren Grenze – einer kleinen alten Eisenbahnbrücke – aufwärts manchmal auch die eine oder andere Regenbogenforelle. Aber bis auf diese wenigen Rainbows ist die Urschlauer-Ache ein reines Bachforellen-Revier, gerade so wie es die Natur in dieser Gegend auch einrichten würde. Vom Mini-Bachforellchen der letzten Brut bis hinauf zu den kapitalen Ur-Ur-Ur-Großeltern über 60 cm ist alles im Gleichgewicht.
Nachdem Bachforellen auch immer einen ordentlichen Appetit haben, sorgte auch hier die Natur für eine reichliche Tafel. Kleine bis mittlere Köcherfliegenlarven, diverse Arten von Eintagsfliegen bis hin zur Maifliege und bemerkenswert große Steinfliegen fanden wir unter den Steinen. Wir erlebten aber auch an der Ache den Hochzeitstanz der Maifliegen, Eier ablegende Sedges und wuchtig flatternde Steinfliegen. Den guten Bestand der Mühlkoppe wollen wir nicht vergessen, denn die starken Fische brauchen diese Gattung unbedingt als sogenannten "Brotfisch". Durch den fast durchgängigen Uferbewuchs werden selbstverständlich auch viele Landinsekten zur fetten Beute.
Trotz der üppigen Vielfalt der Nähr-Insekten nahmen die Flossenträger vor allem braune und graue Muster in Größe 10-16. Rehhaar-Sedge, Bivisible und vor allem CDC-Sedge mit schwarzem Körper. Sehr wichtig ist nicht nur das ruhige, schleichende Verhalten am Wasser, sondern auch genaues Beobachten. Präzise, saubere Präsentationen werden von den kräftigen Forellen mit sehr ansprechenden Drills belohnt.
Vom Hotel Ortnerhof geht es direkt in Richtung Ruhpolding (Grashofstrasse) bis nach einer scharfen Linkskurfe die Straße über die Weisse Traun führt. Hier biegen wir unmittelbar nach der Brücke rechts ab und fahren bis zum Parkplatz Tennishalle. Von hier sind es nur noch 60-70 m und man ist an der Ache. Die erste Passage ab der Eisenbahnbrücke (Fotos s.oben) bis zur Johannesbrücke lässt schon jedes Fliegenfischerherz höher schlagen. Man muss die Forellen nicht suchen, sie stehen einfach da. Ein 2,70 m langes Vorfach (Spitze nicht unter 0,14 mm) ist in den ruhigeren Bereichen fast ein bisschen zu kurz. Bach aufwärts links an der Mauer entlang, aber auch im stärker bewegten Teil unterhalb der Johannesbrücke hatten wir die ersten Erfolge. Direkt unter dieser Brücke im seichten Wasser stehend, blickt man auf einen langen Zug mit tiefer Rinne rechts entlang der Mauer. Der Vergleich mit einem Aquarium ist nicht ganz daneben, denn was hier an teilweise großen Forellen steht, ist atemberaubend. Hier den einen oder anderen Fisch zu haken fällt nicht ganz leicht, denn man steht praktisch auf dem Präsentier-Teller und diese "Wilden" sehen alles.

60 m weiter: viele größere Steine im Wasser, tiefere Züge und einige leicht türkisfarbene, langgezogene Gumpen. Links und rechts Baum bewachsene Ufer und trotzdem lässt es sich ganz gut werfen. An der nächsten Brücke (unmittelbar danach Kinderspielplatz rechts) findet man an der Branderstraße einen Parkplatz (gegenüber Vita-Erlebnisbad). Diesen sollte man nutzen, denn für die nächsten ca. 1000 m sind keine Parkmöglichkeiten mit Einstieg zum Wasser vorhanden.

In unserer Fotogalerie www.royalflyfishing-fotogalerie.de haben wir der Reihe nach den ganzen Verlauf der Urschlauer Ache von der unteren Grenze ab festgehalten. Lasst Euch einfach inspirieren!

Bis zur nächsten Straßenbrücke (Brandstätter Brücke) entlang der Gstatter Au wechseln sich ruhige Bereiche oberhalb von Schwellen mit Rieselstrecken ab. Dann wieder schmale lange, tiefere Züge gesäumt von kleinen Kiesbänken. Eine herrliche, ruhige und erfolgreiche Fischerei. Bis hinauf zu einem großen Wehr, das sich rechts ganz einfach umgehen ließ. Jetzt beginnt ein ruhiger und auch seichter Abschnitt. Von der direkt oberhalb des Wehrs befindlichen Fußgängerbrücke aus konnten wir am linken Rand die eine oder andere schöne Bachforelle beim Steigen beobachten. Auch auf den nächsten 100 Metern waren einige Flossenträger im Flachwasser aktiv. Wir mussten aber schon mindestens 12 Meter Präsentationen setzen, um nicht bemerkt zu werden. In diesem Bereich ist die Ache mehr als 10 Meter breit.  Sie macht dann eine leichte Linkskurve in der sich auf der rechten Seite mehrere Rinnen, Züge und auch kleinere Gumpen ausgebildet haben. 
Dort haben wir die Forellen – trotz vorsichtigem Waten -  offensichtlich in ihrer Wahrnehmung unterschätzt, konnten aber dafür nach der Kurve links hinauf im schnelleren Wasser mehrere kleine bis mittlere Exemplare verführen. Eine weitere, langgezogene Rechtskurve folgt, in der sich auf die ganze Breite zunächst eine flache Zone ausgebildet hat. Am linken Rand – hier ist die Straßenführung kurz direkt neben dem Wasser – zieht sich eine tiefe Rinne zwischen großen Blöcken. Wer hier nicht erfolgreich ist…..! Eine der größeren Art kam durch die CDC zum Fotoshooting. Nach der Kurve, im wirklich tiefen und gut strömenden Wasser erlebt man Überraschungen. Danach wird es gleichbleibend ziemlich flach bis hinauf zur Straßenbrücke am Mühlfeld. Dort befindet sich ein Staudamm zur Stromgewinnung.
Am nächsten Tag begleitete uns Stuart und er zeigte uns seine Lieblingsstrecke. Knapp 500 m oberhalb Mühlfeld führt eine Brücke Richtung Haßlberg. Hier kann man parken. Jetzt zieht sich die Urschlauer Ache immer mehr von der Straße zurück, fließt durch den Wald und wird eng. Die meisten Fliegenfischer meiden diesen Bereich, da das Werfen zunehmend schwieriger wird. Spezialisten aber, die sich hier herauf wagen, kommen voll auf Ihr Vergnügen. Unverfälschte Natur, kleinere Urforellen, und vermehrt Steinfliegenlarven unter den Steinen.

Unser Fazit: Fliegenfischen an der Urschlauer-Ache ist wirklich ein Wohlfühl-Erlebnis mit Erfolgsgarantie.
Mit Ruten der Klasse 3 oder 4 ist man bestens für diese feine Fischerei ausgerüstet. Das Vorfach sollte zwischen 3 und 4 m lang sein und die Spitze 0,14 mm nicht unterschreiten. Eine Tageslizenz kostet € 25,-, eine Wochenkarte nur € 128,-
Die Saison beginnt am 1. April und endet am 15. Oktober.


 eine weitere kleine Fliegen-Foto-Galerie Urschlauer Ache in Royal Flyfishing
inkl. Hinweise zum Ruhpoldinger Marmor (diese Gesteinsart findet man in der Urschlauer Ache)


 weitere informative Fotos von der Urschlauer Ache in unserer Royal Flyfishing-Fotogalerie

Karten: Die Urschlauer Ache wird bewirtschaftet vom Hotel Ortnerhof und darf nur von Hausgästen befischt werden. Extra Infos vom Bewirtschafter zum Hotel und Urschlauer Ache: in unserer Royal Flyfishing-Fotogalerie unter der Kategorie: Hotels, Pensionen nahe Fliegenfischer-Gewässern (Urschlauer Ache).
Die Atmosphäre im Wohlfühl-Hotel Ortnerhof ist geprägt von familiärer Herzlichkeit, edlem Ambiente und einer ausgezeichneten Küche. Das umfangreiche Wellness-Angebot sorgt dafür, dass auch nichtfischende Begleitung voll auf ihre Kosten kommt. Darüber hinaus bietet diese Ferien-Region eine Menge weiterer Aktivitäten wie Wandern, Bergsteigen, Radfahren, einen 18-Loch Golfplatz (direkt neben dem Hotel), ein Vita-Alpina Erlebnis- und Wellenbad, Märchenwald ect. und viele kulturelle Veranstaltungen.
Wohlfühlhotel Ortnerhof
Familie Stegmeier
Ort 6, D-83324 Ruhpolding
Tel.:  +49 (0)8663/8823-0
Fax:  +49 (0)8663/8823-333
email:
hotel@ortnerhof.de
Internet: www.ortnerhof.de
Ortnerhof

Bericht: Peter Sagerer / Eva Geigl
Fotos/Layout: Eva Geigl