Die Koppentraun im Koppental
Fliegenfischer assoziieren den Flussnamen TRAUN aus dem Salzkammergut mit außergewöhnlichen Erlebnissen am Wasser, egal ob sie schon mal dort waren, oder nur davon gehört bzw. gelesen haben. Die Traun entspringt im Toten Gebirge als Grundlseer Traun dem Traun-Ursprung (Quelle) hinter dem Kammersee. Von dort - unterirdisch verbunden mit dem Toplitzsee - führt sie durch den Grundlsee und nennt sich ab dem Auslauf, Grundlseer Traun.
Kammersee
Kammersee
Toblitzsee
Toplitzsee
Grundlseer Traun
Grundlseer Traun
Im nahen Bad Aussee vereinigen sich mit ihr noch andere "Trauns", die Altausseer Traun und die Kainisch Traun. Hier, in der Steiermark, beginnt die Koppentraun, dieser legendäre Forellenfluss, der sich seinen Weg durch das Koppental bis hinunter zum Hallstätter See gegraben hat.
Seit 4 Jahren ist dieses reine Fliegenfischer-Revier nicht mehr in privater Hand, sondern in der Obhut der Österreichischen Bundesforste AG. Es hat in dieser Zeit eine wunderbare Renaissance erlebt und zählt jetzt zweifellos sowohl wieder  zu den landschaftlich schönsten, als auch fischreichsten Gebirgsflüssen Österreichs. Die ca. 6,3 km lange Strecke - von der Einmündung der Kainischtraun hinunter bis zur Landesgrenze nach Oberösterreich - liegt abseits der Straßen und lässt jeden Fliegenfischer in beeindruckender Weise Natur pur erleben.
Lediglich 2 Parkmöglichkeiten auf der gesamten Länge erlauben die Zufahrt mit dem Auto. Ganz oben am Bahnhof Bad-Aussee und etwa 2 km oberhalb der unteren Reviergrenze, nahe der Schutzhütte Koppental, die von Bernhard Immervoll - Fliegenfischer und Gewässeraufseher - bewirtschaftet wird. Es zieht sich jedoch durch das ganze Tal flussabwärts auf der linken Seite ein schöner Wanderweg. Sie ahnen es jetzt schon, das ist nichts für Fußkranke, sondern für Fliegenfischer, die auch längere Gehzeiten schätzen, weil dadurch das totale Erlebnis Natur gewährleistet wird. Schutzhütte/Koppental
Die Koppentraun hat eine Breite zwischen 15 und 30 Meter, fließt sehr zügig und beherbergt Bach-, Regenbogenforellen und vereinzelt Saiblinge - aber auch Aitel wurden gefangen. Die Mühlkoppe, der Namensgeber des Flusses, ist wieder in großen Mengen vorhanden, wenngleich diesem Forellen-Futterfisch noch vor 30-40 Jahren erheblich nachgestellt wurde, da man ihn als Köderfisch zum Angeln auf Saiblinge und Seeforellen in den Ausseer Seen brauchte. Damals verdienten sich die Kinder als Taschengeld 1 Schilling pro Koppe!
< Eva fing diese Bachforelle mit einer grösseren Rehhaar-Sedge. Wir sahen zu, wie sich die Bachforelle die schlitternde Sedge-Imitation mit Appetit schnappte, als hätte sie seit längerer Zeit nichts mehr gehabt. Beim Landen stellten wir fassungslos fest, dass aus dem Forellenmaul ein kleines Schwänzchen herausguckte. Es war diese etwa 10 cm lange Koppe, die  im Schlund der Fario steckte. Trotzdem hat sie auch noch die Sedge sehr tief geschluckt. Also zuerst die Koppe entfernen, dann mit der Release-Klemme die Sedge...hat ein bisschen  länger gedauert als gewohnt...aber "Operation" geglückt. Vorhin noch hatte sie den "Hals" voll mit guten Häppchen, nun haben wir sie "nüchtern" wieder frei lassen müssen, aber sie wird sich sicher bald wieder so ein 2-Gänge-Menü suchen...

Im Frühjahr 2010 gab es bereits 2x erhebliches Hochwasser, was zur Folge hatte, dass Steine und Kiesel vom normalen Algenbewuchs weitgehend gesäubert wurden und der Untergrund sehr hell geworden ist. Die Forellen passten sich der helleren Umgebung ausgezeichnet an, so dass es nicht leicht ist, ruhig stehende Fische auszumachen. Aber sie sind überall und der Anbiss kommt meist sehr überraschend und heftig.
Außer Landinsekten und verschiedenen Eintagsfliegenarten stellen Steinfliegen und Köcherfliegen die größten Nahrungs-Populationen.

Ob Nymphe, Nassfliege oder Trockenfliege, wer Imitationen dieser Arten anbietet, wird Freude erleben. Die Strömungsfische der Koppentraun leisten erheblichen Widerstand und fordern während des Drills die totale Konzentration des Fischers.
            

      
Vor allem dann, wenn große Steine und Unwegsamkeiten einen raschen Stellungswechsel schwer möglich machen. Aber genau das ist es, was den Reiz dieses Reviers ausmacht: Natur in ihrer grenzenlosen Vielfalt der Flussbettgestaltung.
Kein anderer Platz an der Koppentraun ist seit Jahrtausenden den Gewalten der Natur mehr ausgesetzt: der Bereich Eis-See. Jedes Jahr donnern dort Eis- und Schneelawinen die steilen Hänge  herunter und verschütten die Koppentraun auf eine Höhe von bis zu 10 Metern und mehr. Danach wirkt der Fluss inmitten der Lawinenmassen wie ein See, grünlich gefärbt. Nur 3 Minuten ist dieser interessante Abschnitt von der Schutzhütte Koppental entfernt.
(Das Foto vom Eis-See im Winter (s.u.) stellte uns Bernhard Immervoll zur Verfügung.
Eis-See im Winter Eis-See
Eis-See Äußerst empfehlenswert ist es, das meist glasklare Wasser flussaufwärts zu befischen. Ruhiges Verhalten und vorsichtiges Waten wird auch sofort durch mehr Anbisse belohnt!

Vorfächer 2,70 - 3,00 m mit einer Spitze nicht unter 0,14 mm sind passend. Nachdem man an vielen Stellen auch mit Nymphen fischt (hier Vorfachstärke 0,16 mm), sind Ruten der Schnurklasse # 4 - 6 angebracht. Watstiefel reichen meist nicht aus, um sich an diesem Fluss komfortabel bewegen zu können. Das Wasser ist - da es aus den Seen kommt - außergewöhnlich warm, im Sommer manchmal bis über 20 Grad, weswegen von einer Neopren-Wathose abzuraten ist. Mit einer "Atmungsaktiven" lässt sich´s besser aushalten.
Die Seer (Bewohner des Ausseer-Landes) sind sehr gemütliche, urige Menschen, bei denen man sich wohl fühlt und auch so manches zum Lachen serviert bekommt. Eine Bachforelle heißt dort auch "Bachschweinernes" und ein Fliegenfischer, der seine Fliegen "gerne" in Bäume oder Büsche wirft ist ein "Oachkatzlfischer". Unsere Betreuer, Rudi Obermayr, Heli, Rainer, und unser Kapitän auf der "Plett'n" (so wird das Boot genannt), haben uns auf herzliche Weise mit viel Humor und mit viel Engagement nicht nur die Koppentraun, sondern auch die wunderbaren Seen im Ausseerland gezeigt. Allen herzlichen Dank nochmal !
Rainer
Rainer
"Plett'n-Kapitän"
Kapitän
Heli und Rudi
Heli und Rudi
Am sagenumwobenen Toplitzsee (hier sollen die Nazis das Reichsgold versenkt haben) ist Fliegenfischen möglich. Bei der Fischerhütte am See gibt es die Lizenzen, sowie Bootsvermietung. Dann geht's los auf Hecht, Döbel (Aitel), Saibling und Seeforelle. Selbst wenn mal kein Fisch an den Haken gehen sollte, das Naturerlebnis am Toplitzsee gleicht das alles aus... ganz hinten am See führt ein kleiner, kurzer Steig zum Kammersee, nahe der Traun-Quelle (Kammersee-Bild ganz oben im Bericht).
Toplitzsee - Fliegenfischen am Ufer
Toblitzsee
Aitel im Toplitzsee
Toblitzsee/Aitel
Fliegenfischen auf der "Plett'n"
Toblitzsee

Der Grundlsee, der Altausseer See sowie der Ödensee bei Kainisch beherbergen ebenfalls einen reichen Fischbestand. Allein der Grundlsee (sehr großer Hecht-Bestand) darf nur vom Ufer aus befischt werden, für alle anderen Seen kann man sich ein Boot zum Fischen leihen. Wir durften 4 Tage die wilde, urige und noch so natürliche Flusslandschaft der Koppentraun mit herrlichem Fischbestand genießen. Ein exzellentes Fliegenfischer-Revier, das wir mit Sicherheit im nächsten Jahr wieder besuchen werden. Es gibt noch mehr zu entdecken ! Weitere Fotos von uns, zur Information (s.u.)

die Koppentraun an der Landesgrenze
Koppentraun an der Landesgrenze
zum kleinen Wissens-Lehrpfad
Wissens-Lehrpfad Koppentraun
weitere Fotos vom Toplitzsee
Toplitzsee
Saison: 1. April - 31. Oktober Tageslizenz Koppentraun € 55,-
Entnahme Koppentraun: pro Tag 1 Regenbogenforelle (siehe Lizenzbestimmungen)

Die Lizenzen sind an folgenden Stellen in Bad Aussee erhältlich:
Tourismusverband Bad Aussee Tel: +43 (0)3622/52323, Bahnhofstrasse 132, 
info@ausseerland.at
Hotel Erzherzog Johann Tel: +43 (0)3622/52507-0, Kurhausplatz 62, info@erzherzogjohann.at
Staudnwirt Tel: +43 (0)3622/54565, Grundlseerstrasse 21, office@staudnwirt.at
Tourismusbüro Bad Mitterndorf Tel: +43 (0)03623/2444, info.badmitterndorf@ausseerland.at
Außerdem sind an den oben aufgeführten Ausgabestellen auch noch für weitere, fischreiche Fliegenfischer-Reviere Tageskarten erhältlich:
Grundlseertraun, 16.03.-31.10. 5,0 km, Tageslizenz € 50,-
Altausseer-Traun, 16.03.-31.10. 4,4 km Tageslizenz € 50,-
Kainisch-Traun L-1, 16.03.-31.10. 5,5 km, Tageslizenz € 50,-
Kainisch-/Ödensee-Riedelbachtraun, 01.04.-31.10. 6,0 km, Tageslizenz € 55,-

In und um Bad-Aussee haben sich einige Hotels/Gasthöfe aller Kategorien auf Fliegenfischer eingerichtet. In unserer Fotogalerie stellen wir einige vor, damit man für den Aufenthalt ohne langes Suchen sofort die richtige Herberge findet. Wer beabsichtigt mit nichtfischenden Begleitpersonen oder mit Familie nach Bad Aussee zu fahren, braucht sich während seiner Fliegenfischer-Excoursionen an der Koppentraun keine Sorgen um die Mitreisenden machen. Das Ausseer Land bietet eine beachtliche Menge an Freizeitmöglichkeiten. Am besten sieht man sich das Angebot vom Tourismusverband unter www.ausseerland.at an.
  noch mehr Fotos von der Koppentraun (und Grundlseer Traun) in unserer Royal Flyfishing-Fotogalerie,
sowie Informationen von Unterkünften Nähe Koppentraun für Fliegenfischer

Hotel Erzherzog Johann, www.erzherzogjohann.at, info@erzherzogjohann.at 

Gasthof Staudnwirt, www.staudnwirt.at, office@staudnwirt.at

Bericht: Peter Sagerer, Eva Geigl
Fotos/Fotogalerien/Layout: Eva Geigl