In der Ortsmitte von Berchtesgaden beim Bahnhof vereinigen sich die Ramsauer-Ache aus dem Hintersee und die Königsseer Ache aus dem Königssee. An diesem Zusammenfluss beginnt die Berchtesgadener Ache. 

Vor Jahren donnerte im südlichen Teil des Watzmannstocks ein riesiger Felsbruch ins Tal, daher schwemmt die Wimbach bei jedem Regen Kalksedimente in die Ramsauer Ache. Das führt dazu, dass die Berchtesgadener Ache nur bei langen Trockenperioden türkis-klar herunterkommt. Normal ist das Wasser leicht "angestaubt", was aber die Fische und uns in keiner Weise stört. Man braucht sich dabei auch nicht ganz so vorsichtig am Wasser bewegen, wie bei sehr sichtigem Wasser.

Die Befischbarkeit der Berchtesgadener Ache ist tatsächlich sehr den Launen des Wetters ausgesetzt (unbedingt Wasserstand u.a. im Internet abfragen). Bei stabiler Witterung aber macht das Fliegenfischen an diesem Fluss richtig Spaß.
Das gesamte Revier teilt sich in 3 Abschnitte auf. Die mittlere Strecke (ca. 2,6 km) vom Wehr Salzbergwerk bis zum Wehr in Gartenau; die untere Strecke (ca. 5,8 km) vom Wehr in Gartenau bis zum Wehr in Marktschellenberg und die Grenz-Strecke (ca. 2,1 km) vom Ende des Mühlkanals in Markt Schellenberg bis zur Landesgrenze Österreich.

Der Fischereiverein Berchtesgaden-Königssee hegt und pflegt die Gesamtstrecke. Bach- und Regenbogenforellen bilden mit zusammen etwa 90 % den Haupt-Fischanteil. Vereinzelt lassen sich auch Äschen und Saiblinge fangen, die – wie die Forellen – durch ein gutes Nahrungsangebot zu stattlichen Exemplaren heranwachsen können. Dass die Alterspyramide annähernd dem entspricht was man als natürlich bezeichnet, wird jeder Fliegenfischer bald selbst feststellen.

Um die gesamten 10,5 km zu befischen, reichen 2 Tage bei Weitem nicht aus. Aber wir konnten durch das professionelle Guiding von Günther und Markus einen Überblick des Flusses, der Wasserformationen und seiner "Bewohner" erhalten. Ein Gebirgsfluss mit einer Gesamtbreite zwischen 15 und 25 Metern, und Achtung: die Ache fließt schnell! Die Strömung sollte nicht unterschätzt werden. Ein ausgeprägter Wildbach-Charakter mit enormem Schotter-Geschiebe.

Die komplette Strecke wird an den Uferbereichen von vielen grossen Felsen und Blöcken gesäumt, in deren Bereich sich Forellen aller Größen gerne aufhalten. Breite Rieselstrecken, mit Sand durchsetzte Flächen, enge Rauschen über grob geröllhaltigem Untergrund, viele kleine Bacheinläufe und teils sehr tiefe Taschen und Gumpen lassen keine Wünsche für Fliegenfischer offen. Naturnahe Fliegen- und Nymphenmuster wie Köcherfliege und Steinfliege entsprechen genau dem Speiseplan der Fische und werden gerne und teilweise überfallartig genommen. In den beiden unteren Teilstrecken sind auch Streamer erlaubt! Egal wo man fischt, der Fischbestand ist überall gut. Mit Tungsten beschwerte Nymphen sind empfehlenswert, um damit besser in Grundnähe an die Fische zu kommen.


                      beim Salzbergwerk
Die untere Strecke wird zwar auch mit Kunstködern befischt  (angedrückter Widerhaken ist Pflicht!), was aber keinen Fliegenfischer stört, da sich der Erfolg mit Fliege, Nymphe oder Streamer immer einstellt. Dieser Teil und die Grenz-Strecke wird erstaunlicherweise nicht so häufig frequentiert. Gehen Sie unbedingt dorthin, denn es warten tolle Überraschungen auf Sie.


Die Parkmöglichkeiten am Fluss, an der doch insgesamt langen Strecke, sind absolut ausreichend, sodass extrem lange Fußwege nicht zwingend notwendig werden. 

Schöne und interessante Stellen:  Die obere Grenze der sogenannten Mittleren Strecke, das Wehr am Salzbergwerk und die folgenden ca. 300 Meter mit Gumpen, Kiesbank und tiefen Zügen an der Gollenbachbrücke.  Im weiteren Verlauf etwas weiter unten beim Tennisplatz.

Oberhalb und unterhalb des Wehres Gartenau (untere Strecke), dann am Einlauf des Almbachs bei der Almbachklamm, sowie von der Ortsmitte von Marktschellenberg (Straßenbrücke) flussaufwärts. Auch die Grenzstrecke beschert, ausser am Parkplatz Eishöhle, eine Reihe von weiteren guten Fischplätzen, die man nicht versäumen sollte.

Wir, das Team von Royal-Flyfishing, werden künftig noch weitere Fischgänge an der Berchtesgadener Ache planen, denn ein heftiges Gewitter am Vorabend hat uns einen hohen Wasserstand beschert – weitere Fliegenfischer-Freuden also, werden wir uns nicht entgehen lassen.

Informationen über die Karten-Verkaufsstellen bitte beim Bericht in Royal Flyfishing "Königsseer Ache" nachsehen. Pension - inkl. Gewässer-Einweisung - empfehlen wir: Brandtnerhof in Schönau a. Königssee. Beschreibung siehe ebenfalls Bericht Königsseer Ache.

Tageslizenzen für €  21,-  und 5-Tageskarten für  € 82,- 

Saison: Mitte April bis Ende September


Strecke Berchtesgadener Ache als PDF-Datei

 

Bericht: Peter Sagerer
Fotos: Eva Geigl