Königsseer Ache

Weltberühmt ist Berchtesgaden, der  "König"  Watzmann mit seinem imposanten Bergmassiv, sowie der berüchtigten Watzmann-Ostwand und auch der Königssee mit dem weltweit bekannten Postkartenmotiv - der kleinen Kirche in Bartholomä.

 

Aus dem See bei der Seeklause fliesst klar und wild die Königsseer Ache, ein Fliegenfischer-Gewässer erster Klasse!

Das Revier beginnt mit der Brücke an der Seeklause und endet nach ca. 4,5 km an der Holzbrücke "Triftsteg" beim Landhaus Spiegel noch im Ortsbereich Schönau. Im Kurort Berchtesgaden mündet die Königsseer Ache in die Berchtesgadener Ache.  Die Österreicher nennen diese dann ab der Landesgrenze "Königsseeache".
Der Fischereiverein Berchtesgaden-Königssee betreibt eine vorbildliche Bewirtschaftung. Hauptfisch ist die Bachforelle, die man als Brut aus der eigenen Aufzuchtanlage in die Seitenbäche einbringt, wo sie sich prächtig entwickeln, um kräftig genug für das weitere Abenteuer in der Ache "gerüstet"  zu sein. Dazu kommen noch Regenbogenforellen aus der vereinseigenen Fischzucht. Einen Bachsaibling an die Fliege zu bekommen ist sehr selten. Letzterer wird nicht gesetzt, aber durch Hochwasser kommt es manchmal vor, dass Saiblinge von verschiedenen Fischzuchten über Seitenbäche in die Königsseer Ache entweichen.

Seeklause

obere Grenze - Auslauf Königssee

Die einem Gebirgsfluss entsprechende Alterspyramide der Fische ist vollkommen vorhanden, so dass man Forellen jeder Größe fängt. Ab und zu wandern auch Seeforellen aus dem Königssee in die Ache. Während die mittleren Exemplare im Fluss bleiben, ziehen die Großen lieber abwärts und wandern ab in die Berchtesgadener Ache. Obwohl das Wasser – gefiltert durch den Königssee – ganzjährig klar fließt, ist es schwer die Fische auszumachen. Seien Sie aber beruhigt, sie sind da...und nicht zu knapp! Versteckt in Gumpen, die von vielen schön geformten Steinen sehr interessant eingerahmt sind.
Das Nahrungsaufkommen an Insekten ist nicht übermäßig. Die Köcherfliege ist dominierend und weiter erwähnenswert nur noch die Steinfliege. Durch den fast überall beidseitigen Baumbestand am Flussufer, spielen sicher auch Landinsekten eine nicht allzu kleine Rolle im Speiseplan der Salmoniden. Für uns Fliegenfischer sehr praktisch, denn die Forellen nehmen gerne und schnell. Sedges, Parachute, Adams und und und, die Palette der fangfähigen Trockenfliegen-Muster ist nicht klein und sollten variieren zwischen #12 bis #16 je nach Jahreszeit oder auch Tageslaune der Forellen.
Ein Einfetten des Vorfaches  (mind. 2/3) hält die Trockenfliege länger über der sehr bewegten Wasseroberfläche und Nymphen mit Tungstenbeschwerung sind ideal. Es ist nicht empfehlenswert, die Vorfachstärke weniger als 0,16 mm zu wählen. Schon die Kampfkraft der mittleren Forellen ist bemerkenswert und größere Exemplare gehen fast immer flussabwärts weshalb der durch die starke Strömung zusätzlich entstehende Druck ein dünneres Tippet oft reißen lässt. Also besser ab 0,16 mm und stärker! Erlaubt sind nur Trockenfliege, Nassfliege und Nymphe. Streamer sind verboten! In diesem herrlichen Alpenfluss mit Schonhaken zu fischen ist sowieso für jeden echten und verantwortungsbewussten Fliegenfischer eine Selbstverständlichkeit! Beim Waten darf man - obwohl der steinige Untergrund sehr griffig ist – keinerlei Risiko eingehen. Besondere Vorsicht bitte walten lassen,  wenn der Wasserstand nach einem Regen ein bisschen höher als normal liegt. Gut zu Fuß und körperlich fit muss man allemal sein! Wegen vielen tiefen Gumpen und Taschen ist es oft nicht möglich, längere Abschnitte durchzuwaten bzw. den Fluss zu überqueren.
Beginnen wir an der oberen Grenze des Reviers, direkt am Auslauf des Königssees.

Um dorthin zu gelangen empfiehlt es sich, entweder das Auto etwa 150 m unterhalb auf dem langen Schotterparkplatz neben der Ache zu parken, oder gleich beim Campingplatz, der weitere 250 m ebenfalls flussabwärts auf der rechten Seite leicht zu finden ist. In der großen Kehrwasserfläche unterhalb der Brücke wird die Trockenfliege gerne genommen, wenn sie nicht driftet.
Bei Normalwasserstand ist das Waten abwärts bis zum Wasserfall möglich. Die Fliessgeschwindigkeit ist bis zur nächsten Brücke noch sehr hoch, wird aber auf Höhe des Campingplatzes etwas moderater.  Die unmittelbare Uferzone erst zu beobachten, mit vorsichtigem Anpirschen dann zu befischen, zeichnet den Erfolgreichen aus! Die Salmoniden müssen schnell reagieren, weshalb gute Schnurführung zu empfehlen ist. Ab dem Campingplatz verläuft der Wanderweg – neben dem gesamten Revier - abwärts auf der rechten Seite und  man findet immer häufiger schöne Stellen, an denen man auch fast bis zur Mitte der Ache waten kann, um die gegenüberliegende Seite abzufischen.  Die Flussbreite variiert von ca. 8 bis teilweise 15 Meter.  Etwas weiter unten liegt der "Urstein" - ein riesiger Felsblock im Fluss, bei dem ein sehr tiefer und breiter Gumpen zum Fliegenfischen lockt. Im Sommer ein beliebter Badeplatz für Urlauber, wer aber schon sehr früh am Wasser ist, kann schöne Bachforellen im klaren Wasser beobachten und mit Trockenfliege oder Nymphe überlisten.
Urstein Urstein

Weiter unten nach dem "Achenstüberl" sind noch schöne und fischreiche Züge bis hinunter zur Holzbrücke. Der nächste Abschnitt verläuft relativ gerade im Wald. Hier fischen gerne Vereinsmitglieder am Steindamm entlang und holen manch schönen Fisch, denn die meisten Gastfischer scheuen  lange Wege. Am Ende des Waldes macht der Fluss eine leichte Biegung nach rechts wo das starke Stein-Geschiebe der Ache unter dem Pfingstler-Gumpen, eine große Kiesbank formte. Kurz danach lässt sich im Cafe Waldstein unter Kastanien eine gemütliche Rast mit Stärkung einlegen. Gleich nach dem Parkplatz dieser Raststätte heißt es konzentriert sein, man muss die großen Steinblöcke zwischen vielen Bäumen hinunter klettern, um die nächsten ca. 200 Meter bis zur Schwöbbrücke abzufischen. Im Schatten unter großen Ästen auf der gegenüberliegenden Seite stehen nämlich meist sehr aktive Fische.
Nach der Brücke kann man bis zur "Nassen Wand" sicher nur bei Niedrigwasser an bzw. ins Wasser gehen, das dann über eine Felsstufe hinunter in den tiefen Gumpen direkt neben der senkrechten Felsenwand fällt. Nicht ganz leicht, hier Fische zu fangen, die zweifelsfrei vorhanden sind. Ein paar Meter weiter unten, führt eine kleine Brücke über die Ache und der Wanderweg verläuft noch ca. 700 m bis hinunter zum Driftsteg, der die untere Reviergrenze kennzeichnet. Der Flussverlauf ist ziemlich gerade, das Wasser durch etwas mehr Gefälle ziemlich schnell. Als kleinen "Ewigsteiger" bezeichnen die Einheimischen den unmittelbaren Bereich oberhalb des Triftstegs. Wer den Weg dahin nicht scheut, wird meistens belohnt. Die Königsseer Ache ist in jeder Hinsicht ein besonders vielseitiges Fliegenfischer-Revier!
Anfänger und leicht Fortgeschrittene erleben durch die durchwegs hohe Fließgeschwindigkeit  eine richtige Herausforderung!  Wer einmal da war, wird ganz sicher wiederkommen, um dieses Erlebnis mehrfach genießen zu können. Zusätzlich mit der gleichen Lizenz kann man die Berchtesgadener Ache besuchen, die wir demnächst hier in Royal Flyfishing vorstellen werden.

Tageslizenzen für €  21,-  und 5-Tageskarten für  € 82,- sind erhältlich bei:
Touristinfo Schönau am Königssee
im Rathaus (Haus des Gastes)
Rathausplatz 1
83471 Schönau am Königssee
Tel. +49 (0) 86 52 - 17 60
Gasthaus Seeklause
Connie und Sepp Ehegartner
Am See 65
83486 Ramsau-Hintersee (direkt am See)
Tel. +49 (0) 86 57-91 99 38
Touristinfo Marktschellenberg
Salzburger Strasse 2
83487 Marktschellenberg
Tel.: +49 (0) 8650 - 98 88-30

Unsere Übernachtungs-Empfehlung für Ihren Aufenthalt:
Cafe-Pension Brandtnerhof in Schönau, am Königssee ist prädestiniert für Fliegenfischer. Der Chef, Toni Angerer, selbst aktiver Fliegenfischer, organisiert für Sie die Tageslizenzen und gibt gerne jedem neuen Gast eine Gewässer-Einweisung. Direkt im Haus kann man bei Bedarf Vorfächer, Vorfachmaterial, Fliegen und Nymphen erstehen. Für nasse Watbekleidung steht selbstverständlich ein Trockenraum zur Verfügung. Schöne gemütliche Zimmer, gute Küche, Biergarten-Terrasse - und ganz wichtig - abends wird es ruhig im Brandtnerhof, was einen ungestörten und erholsamen Schlaf garantiert. Man ist dann fit Früh am Morgen am Frühstücksbuffett und mit dem Auto in nur 1 ½ Minuten an der Königsseer Ache. Und zur oberen Grenze der Berchtesgadener Ache sind es auch nur etwa  10 Minuten. Mit der Lizenz für die Königsseer-Ache kann man auch in der Berchtesgadener-Ache fischen.
Toni Angerer
Toni Angerer

Brandtnerhof

Café-Pension Brandtnerhof - Familie Angerer - Brandnerstr. 16 - D-83471 Schönau a. Königssee
Tel. +49 (0)8652/2336 - Fax +49 (0)8652/66151 -
info@brandtnerhof.de - www.brandtnerhof.de


Strecke Königsseer Ache als PDF-Datei

  mehr Fotos von der Königsseer Ache in unserer Royal-Flyfishing Fotogalerie

Bericht: Peter Sagerer
Fotos/Layout: Eva Geigl