Perle der Hohen Tauern

Die nördlichen Gletscherabbrüche der Hohen Tauern gleich neben dem Großglockner speisen ein wunderbares Hochtal mit viel sauberem Wasser. Das Käfertal auf 1200 m Seehöhe, ein ehemaliges Hochmoor ist  die Wiege der Fuscher Ache oder wie sie von den Einheimischen liebevoll genannt wird: Die Perle der Hohen Tauern.

28 Km sind es von hier oben bis hinunter zur Einmündung in die Salzach bei Bruck und nur für Fliegenfischer zugänglich. Widerhakenlos ist Pflicht! Der Gebirgsbach zeigt auf seiner Reise viele verschiedene Gesichter und Formationen. Jetzt im Herbst wäre sicher die gesamte Strecke befischbar, aber dafür bräuchte man mehr als eine ganze Woche. Hubert Edlinger, der Obmann des örtlichen Fischereivereines  ist - die Seele des Fischwassers - der "Vater" der Fuscher Ache – und bester Begleiter für Neuankömmlinge. Er zeigte sie uns in all ihren Variationen.

 

Am Beginn des Hochtales liegt Ferleiten an der Mautstelle zur Großglockner-Hochalpenstrasse. Wir bogen unmittelbar vorher nach rechts ab, fuhren über eine Brücke und dann rechts flussaufwärts noch 500 m, bis uns eine Schranke an der Weiterfahrt hinderte. Hier beginnt das Naturschutzgebiet Käfertal und die Durchfahrt ist nur mit Sondergenehmigung möglich. Grundsätzlich für Fliegenfischer kein Problem, ab der Schranke weiter zu wandern. Wer aber nicht ganz so gut zu Fuß ist, hat auch die Möglichkeit, sich von Hubert Edlinger in dieses wunderschöne Tal chauffieren zu lassen. Das gilt selbstverständlich auch für nichtfischende Begleitpersonen, die lieber von schönen Wanderungen träumen.

Käfertal    Käfertal

Es erwartete uns ein Naturparadies, dessen Kulisse überwältigend ist. Ein langgezogenes Hochtal mit Kesselcharakter, durch den der obere Teil der Fuscher Ache mäandert und sich teilweise durch kleine Schluchten und über schöne Rieselstrecken ihren Weg bis Ferleiten bahnt. Im Süden die Kette der Hohen Tauern mit schneebedeckten Dreitausendern, westlich Steilhänge fast genauso hoch mit 2 Gletscher-Abbrüchen und im Osten Bergwaldhänge bis hinauf in die Felsregionen. Das Wasser top-klar und niedrig, zwingt uns mit äusserster Vorsicht zu pirschen, da die hier lebenden Wasserbewohner keinen Fehler verzeihen und schnell flüchten. Auf dieser Höhe Äschen anzutreffen, hat uns sehr überrascht. Der Ehrgeiz, mit dem sie meine 16-er Grizzly-Parachute "überfielen" war überraschend. Auch schöne Bachforellen haben wir gesichtet, wenngleich diese sehr zurückhaltend auf Trockenfliegen und Nymphen reagierten. Das Käfertal ist ein Muss für jeden Fliegenfischer, der an die Fuscher Ache kommt. 

Die Sonne brachte nun mehr und mehr Licht und Wärme ins untere Tal und wir beschlossen, flussabwärts zu fahren. Kurz unterhalb von Ferleiten, am Stausee hielten wir an und versuchten im Staubecken unser Glück. Viele Regenbogenforellen und Saiblinge zogen herum, nahmen Insekten von der Oberfläche, aber manchmal leider oft so weit in der Mitte des Sees, dass wir sie nicht mehr anwerfen konnten. Hubert konnte dennoch zwei Regenbogner mit der Nymphe landen. Außergewöhnlich war die Grünfärbung der Fischrücken. Mit der Trockenfliege ließ sich keine dieser Forellen verführen. Auch Fliegenfischer Werner, der dazugekommen war, erlebte es ebenso - jede Art von Trockenfliegen-Muster wurde quasi nur "angeschnuppert" und beim Einziehen der Schnur sogar verfolgt, aber Nehmen war nicht drin. An diesem Stillwasser erfolgreich zu sein, bedarf es sicher Geduld und ganz genauer Kenntnis des Futterangebotes. Unterhalb der Wehranlage wird die Ache zur Stromgewinnung über ein Rohr abgeleitet und das Wasser stürzt später in einer langen Schlucht über Blöcke und umgefallene Bäume steil nach unten. Wer dort fischen will, müsste vom "Auhäusl" aufwärts wandern und vor allem klettern.

  

Es bot sich an, das Stück vom Staubecken bis Ferleiten aufwärts zu befischen. Eine echte Indianer-Fischerei mit vielen grossen Steinen und Blöcken im und neben dem schnell fließenden Wasser. Büsche, Bäume und Totholz im Wasser ließen nur vorsichtiges Werfen zu. Hier stehen eher kleinere Forellen im stark fallenden Wildwasser. 

 

Ein paar Kilometer bergab beim „Auhäusl“, versuchten wir später einige in einem schönen, nicht zu schnellen Zug ausgemachte Äschen und Bachforellen mit der Trockenfliege  zu reizen. Verschiedene Fliegen-Muster wurden aber verweigert, weshalb wir mit mehreren Goldkopfnymphen-Mustern testeten, ob Forelle und Co. dafür mehr Interesse zeigten. Da Köcher- und Steinfliegen die Hauptgruppen des Insektenvorkommens bildeten, konnten wir eigentlich nichts falsch machen. Bis auf einige Kurzkontakte, nach denen die Bachforellen gleich recht unruhig wurden, tat sich nichts. 50 m weiter oberhalb zeigte uns Hubert einen Streckenabschnitt mit stärkerem Gefälle, in dem sich alle 20 m ein schöner Gumpen ausgebildet hatte. Wir hatten nun beide richtig Freude daran, wie sich Äschen, herrlich farbige Bachsaiblinge und Bachforellen auf unsere dunklen Nymphen stürzten. Je bewegter das Wasser herunterkam, desto näher konnten wir an die tieferen Stellen herangehen, ohne bemerkt zu werden. 

Die Fario´s in der Ache sind ein autochthoner Stamm, dessen wissenschaftliche Bestätigung erst 2005 vom Land- u. Forstwirtschaftlichen Versuchszentrum Laimburg erbracht wurde. Man hatte damals am Oberlauf der Fuscher Ache im Ferleitental aus drei Zuflüssen  (Judenbach, Käferbach und Stieger Wiesenbach) Bachforellen entnommen. Mittels einer mitochondrialen DNA-Analyse konnten alle Fische dem Donaustamm  "DA1a" zugeordnet werden. Es ist das große Ziel des Fischereivereins, der Gemeinde Fusch und des Tourismus-Verbandes, künftig die Ache nur noch mit den Nachzuchten dieser Fario´s zu besetzen.

Weiter unten nach dem "Auhäusl", direkt im Gemeindebereich Fusch (806 m Seehöhe) wurde die Ache zwecks Hochwasserschutz hoch verbaut. Sie wird hier – durch keine Biegung unterbrochen – sehr schnell und trotzdem kann man beim Gasthof Lampenhäusl hinuntersteigen und erfolgreich sein - hier mehr mit der Nymphe als mit einer Trockenen. Innerhalb des Ortsgebietes gibt es lt. Hubert Edlinger auch einige grosse Forellen.

  

Talabwärts nach dem Ortsausgang von Fusch beginnen lange Weidegründe (mit oder ohne Kühe) und mittendrin die immer noch sehr kräftig rasant fliessende Ache. Hier ist die Verbauung nicht mehr so störend wie im Bereich Fusch. Eine relativ bequeme Art zu fischen mit wenig Beschwernissen. Wieder 2 km weiter unten, im Abschnitt  Judendorf Geißstätt gibt es ein paar Biegungen, große Steine, Kehrwasser – folglich viele Unterstände für Regenbogen- und Bachforellen. Schöne Exemplare zwischen 30 und 45 cm, nicht einfach zu fangen aber sehr spannend, da der Fischbestand gut ist.  

   bei Fusch    

Der Gebirgsbach zeigt von hier bis hinunter zum Stausee Walcherbauer über weite Strecken ein relativ gleichartiges Bachbett in dem wir auch einige größere Exemplare sichten konnten.  Das Staubecken ist vielleicht insgesamt 200 m lang und am Boden hat sich viel heller Sand abgelagert. Vorsichtiges Bewegen und zielgenaues Werfen mit der Nymphe war angesagt, was uns durch viele Bäume und Sträucher manchmal sehr erschwert wurde. Bachforellen und Regenbogner reagierten diesmal nur auf bewegte Nymphe. 

bei Bruck 

Um unseren Gesamteindruck zu komplettieren,  testeten wir auch noch die Strecke ganz unten von der Wehranlage Bruck bis kurz vor der Einmündung in die Salzach. Direkt unter dem Wehr in tieferem Wasser stehen viele beachtlich grosse Fische. Wir wollten sie aber nicht stören, sondern wateten langsam noch ein paar hundert Meter das Bachbett hinunter.  Die Biegungen erzeugten Gumpen und Taschen, in denen sich so mancher schöne Fisch aufhielt. Zwischen den Kehren gab es lange flache und total sichtige Stellen, in denen wir bestimmt auf 15 m Entfernung bemerkt wurden.

Zusammengefasst bietet die Fuscher Ache jedem Fliegenfischer Abschnitte, in denen er sich wohl fühlen kann. Um alle Bereiche kennenzulernen sollte man aber doch recht gut zu Fuß sein und die Fähigkeit mitbringen, mit der meist hohen Fliessgeschwindigkeit zurecht zu kommen. Nehmen Sie sich viel Zeit, denn so werden Sie die Naturschönheit dieses grossen Fliegenfischer-Revieres auch richtig geniessen können.  
Als Übernachtungspunkt können wir – auch aufgrund der günstigen Lage – den Gasthof Lampenhäusl bestens empfehlen. Dort werden auch Tages- und Wochenkarten ausgegeben.
 

Gasthof Lampenhäusl
Fam. Oberreiter/Nindl
Großglocknerstraße Z 15
A-5672 Fusch am Großglockner
Tel. +43(0)6546-215
gasthof@lampenhaeusl.at
www.lampenhaeusl.at 
     

   mehr Fotos von der Fuscher Ache in unserer Royal-Flyfishing Fotogalerie !


  zur Gewässerkarte Fuscher Ache

FISCHEREIORDNUNG.

  • Fliegenfischerstrecke: Gesamtes Gewässer
  • Entnahmestrecke ab 2009: von der Mündung der Fuscher Ache in die Salzach bis zur Brücke Bersteiner (Eingang Ferleitental) somit incl. Stausee Ferleiten.
  • Fliegenfischerstrecke: ist ausnahmslos nur mit der Fliegenfischer-Ausrüstung und mit Einfachhaken (Widerhaken abdrücken) gestattet.
  • Fischereisaison ab 2009: 1.April bis 30.Oktober jeden Jahres, Sulzbachtal und Fuscher Ache ab Trauneralmbrücke bis zum Ursprung nur bis 30.09.
  • Tageszeit: von 6.00 bis 21.00 Uhr
  • Tageskarten: ab 16 Jahren nur mit Sportfischer-Prüfung
  • Entnahmestrecke ab 2009: täglich 3 Stück Salmoniden pro Pickerl mit einem Entnahmemaß für Bachforellen ab 35cm.
  • Trophäenfisch-Entnahme: Bachforellen ab 55 cm Länge. Es darf  täglich ein Trophäenfisch entnommen werden, bei Entnahme ist die Fischerei sofort einzustellen und der Fisch ist bei einer der Tageskarten-Ausgabestellen zu melden. Das Gewicht und die Länge werden aufgezeichnet und es wird ein Foto für eine Trophäenwertung gemacht.
  • Regenbogenforelle: - 3 Stück pro Pickerl - ist im gesamten Revier entnehmbar
SCHONZEIT & BRITTELMASS:

Äschen: 01.01. bis 31.05 ab 35 cm
Bachforelle ab 2009:
01.10. bis 31.03 ab 35 cm
Bachsaibling: ab 30 cm
Regenbogen: keine Schonzeit - ab 30 cm
Für alle anderen Fischarten gelten die gesetzlichen Bestimmungen des Landesfischereiverbandes.

Verbote:
  • Ab 2009: fischen in sämtlichen Nebenbächen ausgenommen Sulzbach.
  • fischen von Brücken und sämtlichen Wehranlagen!!!
Vorsicht:
Schwellbetrieb bei den Wehren und Kraftwerken!!!
Aufzeichnungspflicht für alle entnommenen und für alle in der Schonzeit bzw. untermassigen Fische die täglich gefangen und wieder zurückgesetzt werden oder Trophäenfischentnahme. Bei erreichen des täglichen Ausfanglimits ist die Fischerei sofort einzustellen.



Bericht: Peter Sagerer
Fotos und Layout: Eva Geigl