Biografie

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1947 geboren, verbrachte ich meine Jugend am Traunsee, wobei ich hier bereits im Volksschulalter die ersten Gehversuche mit der Angelrute unternahm.
Vor allem waren es Barsche und Rotaugen, die ich fing.

Roman Moser

Immer wieder zog es mich jedoch in diesem jugendlichen Alter zum Ausfluss des Traunsees, wo allabendlich Fliegenfischergäste aus aller Welt nach Äschen und Forellen ihre Angel auswarfen. Meine erste Erfahrung mit der Fliegenrute machte ich dann mit 14 Jahren, ein Alter ab dem man  eine Lizenz in der Gmundner Traun erwerben konnte. Ab diesem Zeitpunkt war ich vom Fliegenfischen fasziniert und begann auch schon, meine ersten Fliegenmuster zu binden, wobei ein Miniaturschraubstock, Nähgarn und Sattelfedern eines Staubwedels als Bindeutensilien herhalten mussten.

Während des Studiums auf der Universität Salzburg für das Lehramt aus Sport und Geographie, konnte ich leider diese Passion nur sporadisch ausüben. Nach Abschluss des Studiums und als Junglehrer an einer Gmundner Höheren Schule ging’s aber so richtig los. Um mir das teure Hobby, bzw. meine Leidenschaft auch finanzieren zu können, band ich in den Wintermonaten 1000 verschiedene Fliegenmuster für ein lokales Fischereigeschäft. Mit 26 Jahren wurde ich dann mit Hans Gebetsroither enger befreundet, wobei dieser mich in seine Fliegenfischerschule aufnahm und ich dort als Gehilfe bzw. Nachfolger in die Fliegenfischergilde eingeführt wurde. Das Suchen neuer Bindematerialien in den verschiedensten Wollgeschäften und das Herumexperimentieren in allen Bereichen der Flugangelei wurde zu einer Passion.

Roman Moser

Roman Moser

Viele neue Fliegenmuster entstanden in Kombination aus Natur- und Synthetikmaterialien, wobei einige davon auch heute noch weltweit im Einsatz sind. Auch die Goldkopfnymphe, versehen mit einer Messingperle, war eine jener Errungenschaften dieser Zeit. Aufgrund des steigenden Bekanntheitsgrades, nicht nur durch unzählige Publikationen in den deutschen Magazinen „Der Fliegenfischer“ und „Fliegenfischen“ sah ich mich veranlasst, vor 17 Jahren eine eigene Produktion für Vorfächer, Bindematerial und andere Utensilien für die Fliegenfischerei zu beginnen.

1986 erschien das erste Video der Reihe „Neue Wege...“, wobei hier viele Materialien zum Einsatz kamen, die heute jedem Fliegenbinder geläufig sind, wie z.B. Policelon, Magic Wing, Body Glass, Sedge Wing und die neue Generation geflochtener und verzwirnter Vorfächer.
Heute betreibe ich neben der Tätigkeit als Lehrer die Produktion und den Vertrieb vieler auch neu entwickelter Eigenmarken, wobei z.B. das Bindematerial „Plushille“ bei der Fly Tackle Dealer Show 1996 in Denver unter den Top 10 of Show rangierte.

Ich glaube, während der langen Zeit, in der ich in der Fliegenfischerei tätig bin, viele innovative Anstöße gegeben zu haben, wobei dies besonders im letzten Video „Streamerfischen auf Forellen“ verstärkt zum Ausdruck kommt.

Nach wie vor bin ich sowohl im Fliegenfischergeschäft, als auch in der eigenen Fliegenfischerschule aktiv tätig, kreiere Fliegen, neues Bindematerial, Vorfächer und Rutendesigns – und bewirtschafte so nebenbei auch noch einen ausgezeichneten Forellenfluss, die "Ager" – den Schwesterfluss der Traun, die im Attersee entspringt.

  

Roman Moser

Roman Moser

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Am 17. Oktober 2009 wurde der Gmundner Fliegenfischer Roman Moser
in die "Hall of Fame" des New York Fliegenfischermuseums aufgenommen

Roman Moser
Amerika-Auszeichnung für den Gmundner Roman Moser!

Roman Moser

Am 17. Oktober 2009 wurde der Gmundner Fliegenfischer Roman Moser in die "Hall of Fame" des New Yorker Fliegenfischermuseums aufgenommen, das bis dato nur Amerikanern und posthum auch Engländern vorbehalten war. Moser ist damit auch der erste noch lebende Europäer und deutschsprachige Fliegenfischer, dem diese Ehrung im Catskill Fly Fishing Center and Museum (www.cffcm.net) in Livingston Manor (NY) zuteil wird.

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Seine Bronzeplakette wird dann Seite an Seite mit der von Robert Redford in der Hall of Fame hängen, der für die die Regie des Films "a river runs through" geehrt wurde. Der Film löste einen regelrechten Fliegenfischerboom aus.
Fliegenfischen ist übrigens nicht nur eine beliebte "Outdoor" Aktivität der naturverbundenen Amerikaner, sondern bei rund 8 Millionen Fliegenfischern in den USA (im deutschsprachigen Raum lediglich 25.000) ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

62 renommierte US-Fliegenfischer und Fliegenbinder in der Hall of Fame
62 renommierte US-Fliegenfischer und Fliegenbinder wurden seit der Gründung des Museums in die "Hall of Fame" aufgenommen. Darunter sind Persönlichkeiten wie Theodore Gordon, Nick Lyons, Ernest Schweibert, Everett Garrison, Hoagy B. Carmichael Jr., etc. Gemeinsam mit Moser werden auch posthum die Briten Frederick Halford (Vater des Trockenfliegenfischens) und G.E.M. Sues (Erfinder der Nymphenfliege) geehrt. Wer also ins "Allerheiligste" des New Yorker Fliegenfischermuseums kommt, muß schon was drauf haben, ein Nicht-Amerikaner muß um so besser sein. Moser wird in Summe für seine Entwicklungen und Erfindungen geehrt, mit der er der Fliegenfischerei weltweit seinen unverkennbaren Stempel aufgedrückt hat. In der internationalen Fachliteratur zum Thema ist der Name Roman Moser nicht mehr wegzudenken.

"Schratzenzupfen" im Traunsee
"Der Einzug in die "Hall of Fame" ist für mich zweifellos die Krönung meines Lebenswerkes", freut er sich deshalb zu Recht. Schon mit 10 Jahren sammelte Moser beim "Schratzenzupfen" am Steg vor der Haustür im Traunsee seine ersten Erfahrungen. Von da an ging's steil bergauf. Mit 25 war er ein Meister des Gebetsroither-Wurfstils (geht auf den Gmundner Hans Gebetsroither zurück, dessen Schüler Moser war), heute auch als "Austrian Style" bekannt. 2009 brachte Moser dazu erstmals die DVD "Werfen im Dreivierteltakt" heraus - ein absoluter Renner in der Szene.

Moser war Lehrer an der HAK Gmunden
Mit 30 war Moser das "enfant terrible" der internationalen Fliegenbinderszene: mit seinen impressionistischen Fliegenmustern aus den Synthetikfasern von Badezimmerteppichen und dem Einsatz von Messingperlen brachte er den alteingesessenen Platzhirschen das Fürchten bei. Die letzten 30 Jahre widmete sich Moser - neben seiner Haupttätigkeit als Lehrer an der HAK Gmunden - der Weiterentwicklung von Bindematerialien, die heute überall in der Welt des Fliegenfischens im Einsatz sind. Vor allem aber ist ihm die nachhaltige Gewässerbewirtschaftung (river management) ein Anliegen.

Verfechter der Renaturierung von Flüssen
Als vehementer Verfechter der Renaturierung von Flüssen, die in den 50 er und 60er Jahren unter dem Euphemismus "Abflußertüchtigung" begradigt wurden, versucht er den Salmoniden ihren artgerechten Lebensraum zurück zu geben. Dass dieser Spagat zwischen Ökonomie und Ökologie möglich ist, sieht man am Fluß Ager, den Moser bewirtschaftet. Er war es auch, der schon vor vielen Jahren die "Whitlock Vibert" Box - eine Art Brutkasten für Salmoniden zum Wiederaufbau schwindender Fischbestände - aus den USA nach Europa zurück gebracht hat.

Wenn er nicht gerade irgendwo in der Welt Vorträge und Kurse hält und an den großen Flüssen dieser Erde neue Entwicklungen ausprobiert, werkt Moser im stillen Kämmerchen vor sich hin - denn die Ideen gehen ihm nie aus. Nächstes Projekt ist sein von Fliegenfischern schon mit Spannung erwartetes Buch - eine Zusammenschau seiner jahrzehntelangen Aktivitäten, gespickt mit Episoden von Begegnungen mit namhaften Fliegenfischern u.v.m.

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Bericht in Royal Flyfishing mit freundlicher Genehmigung
von Hr.Albert Pesendorfer (Gmunden/Österreich)

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Bericht/Fotos: Roman Moser
Grafik: Eva Geigl/Royal Flyfishing