Übernommen aus dem Alaska Telegraph mit freundlicher Genehmigung des Alaska Fisherman Club, Inc.

 

Die Pazifischen Lachse findet man entlang der nordamerikanischen Pazifikküste von Kalifornien bis zum Polarmeer und in Asien von der japanischen Insel Hokkaido über Sibirien bis zur Lena. Die weltweit größten Lachsvorkommen sind in Alaska.
Die Alaska-Lachse gehören zur Gattung Oncorhynchus (griechisch: onco = haken, rhyno = Nase). Die wissenschaftlichen Bezeichnungen stammen aus der Zeit der Erforschung Sibiriens und reflektieren die Bezeichnungen in der Sprache der Ureinwohner Sibiriens.

So haben wir folgende Bezeichnungen:

  

Königslachs: Oncorhynchus tsawytscha; King Salmon, King, Chinook, Tyee  
Silberlachs:   Oncorhynchus kisutch; Silver Salmon, Coho
Rotlachs:   Oncorhynchus nerka; Red salmon, Sockeye, Blueback 
Buckellachs: Oncorhynchus gorbusha; Pink, Humpback, Humpy 
Hundslachs:  Oncorhynchus keta; Chum, Dog Salmon, Keta, Silverbrite 

 

Die Pazifischen Lachse sind anadrome Fische, d.h., sie laichen in Bächen und Flüssen, die Jungfische verbringen 1 bis 4 Jahre im Süßwasser und wandern dann ins Meer, wo sie schnell wachsen und nach 1 bis 5 Jahren geschlechtsreif werden. Bei Erreichen der Geschlechtsreife ziehen sie zurück in das Flusssystem, aus dem sie gekommen sind, um dort zu laichen. Wie die Lachse aus dem Ozean zurück in ihre Heimatgewässer finden, ist bis heute nicht restlos geklärt. Man nimmt an, dass die Navigation im Ozean auf Magnetfeldern beruht und ab dem Erreichen der Küstengewässer auf spezifischen, olfaktorischen Eigenheiten der Gewässer basiert. Alle Pazifischen Lachse verenden ausnahmslos nach dem Laichen. Die Dauer des Lebens der Jungfische im Süßwasser, die Dauer des Aufenthalts im Meer und der Zeitpunkt der Rückkehr ist von Lachsart zu Lachsart verschieden. Jedoch behält jede einzelne Lachsart über alle Generationen ihren arttypischen Lebenszyklus bei. 

 

Der König der Alaska-Lachse

Chinook Salmon
(Oncorynchus tsawytscha), Königslachs, King, Tyee, Blackmouth, Quinnat

Der Königslachs ist der größte der Pazifischen Lachse. Der Rekordfisch, mit der Angel gefangen, wog 97 Pfund (Kenai River, 1986). Der schwerste jemals registrierte King hatte 126 Pfund (gefangen in einer Fischfalle in der Nähe von Petersburg).
Verbreitung:
In Nordamerika von der Monterey Bay in Kalifornien nördlich bis zur Chukchi Sea. In Asien vom Anadyr River, in Sibirien südlich bis Hokkaido. In Alaska finden sich die größten Populationen in den Flusssystemen des Yukon, Kuskokwim, Nushagak, Susitna, Kenai, Copper, Alsek, Taku und Stikine. Aber auch viele kleinere Flüsse und Bäche haben einen sehr guten Aufstieg.

Beschreibung: Charakteristisch sind die schwarzen Punkte am Rücken, in der Rückenflosse und in der Schwanzflosse. Typisch ist die schwarze Färbung des Zahnfleisches, die bei anderen Lachsen nicht vorkommt. Während des Lebens im Meer ist der Rücken blaugrün gefärbt, Die Flanken leuchten silbrig und der Bauch ist weiß. Nach der Rückkehr ins Süßwasser verfärben sie sich nach und nach ins Rote mit einem Kupferton. Milchner sind intensiver gefärbt als Rogner und erkennbar am Haken des Unterkiefers und der nach unten wachsenden Nase.
Fortpflanzung, Lebensraum: Nach dem Schlüpfen im Frühling ziehen die Jungfische innerhalb von 1 1/2 Jahren flussab bis zur Meeresmündung, wo sie sich noch einige Monate im Brackwasser aufhalten. Anschließend beginnt ihre weite Reise durch die nahrungsreichen Gewässer des pazifischen Ozeans, aus denen sie frühestens nach einem, spätestens nach 5 Jahren, in ihren Fluss  zurückkehren. Kings, die bereits nach einem Jahr im Meer sind, also in ihrem dritten Lebensjahr zurückkommen, nennt man "Jacks". Meistens sind es kleine Milchner. Der Aufstieg zu den Laichgewässern beginnt in manchen Gebieten bereits im Mai und geht bis Ende Juli. Manche Kings haben in kleineren Flüssen nur eine kurze Strecke zu bewältigen, andere müssen enorme Entfernungen mit vielen Hindernissen zurücklegen, um ihre Laichgründe zu erreichen. Rekordhalter sind die Yukon River Kings, die teilweise über 3000 km flussauf ziehen und ihre Geburtsstätte total ausgelaugt erreichen. Gerade noch stark genug, um zu laichen. Ein Rogner legt je nach Alter und Körpergewicht 3.000 bis 14.000 Eier ab. Bevorzugt werden gut durchströmte Kiesbänke, in denen Laichgruben geschlagen werden. Gegen Ende des Winters schlüpfen die Larven (Alevins), welche noch mehrere Wochen im Kiesboden bleiben. Erst wenn die Vorräte des Dottersacks aufgebraucht sind, suchen sie ihren Weg nach oben ins freie Wasser. Dort ernährt sich die Brut (Fry) von Plankton. Die Jungfische, die bereits flussab wandern (Smolts), fressen Insekten und Kleinlebewesen. Im Meer ernähren sie sich hauptsächlich von Krustentieren, Fischen und Tintenfischen.
Wirtschaftliche Bedeutung:
Berufsfischerei:  750.000 Kings mit einem Durchschnittsgewicht von 18 Pfund werden jährlich von Berufsfischern in Alaska gefangen. Es werden Zugnetze und Stellnetze (Kiemennetze) verwendet. Der Erlös liegt zwischen einem und zwei Dollar pro Pfund.

Sportfischerei: Wegen seiner Größe ist der Königslachs bei vielen Sportanglern der begehrteste Fisch. Jährlich werden 80.000 Kings mit der Angel gefangen.

  

Der Favorit der Fliegenfischer

Coho Salmon
(Oncorynchus kisutsch),  Silberlachs


Für viele Sportfischer, vor allem für die Fliegenfischer ist der Coho am interessantesten. Er ist sicher der aggressivste und beißfreudigste aller Lachse. Das Gewicht liegt im Schnitt zwischen 8 und 12 Pfund. Der Alaska-Rekord, mit der Angel gefangen, ist 31 Pfund.
Verbreitung:
Silberlachse sind in Alaska weit verbreitet. Von Südostalaska bis nach Point Hope an der Chukchi Sea sind sie sowohl in kleinen Bächen wie auch in großen Flusssystemen zu finden, im Yukon River ziehen sie bis an die kanadische Grenze.

Beschreibung: Im Meer und noch im Bereich der untersten Flussregionen sind ihre Körper silberblank leuchtend. Sie haben kleine schwarze Punkte am Rücken und in der oberen Hälfte der Schwanzflosse. Von den Königslachsen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie keine Punkte in der unteren Hälfte der Schwanzflosse haben und dass sie im Gegensatz zu den Kings kein schwarzes, sondern graues Zahnfleisch haben. Zur Laichzeit haben Rogner und Milchner einen dunklen Rücken und dunkle Köpfe, die seitlich rötlich bis kastanienbraun werden. Die Milchner entwickeln eine sehr stark ausgeprägte Hakennase mit großen Zähnen.
Fortpflanzung, Lebensraum: Der Aufstieg in die Flüsse und Bäche beginnt Mitte Juli und geht in manchen Gebieten bis in den November. Das Timing hängt von verschiedenen Faktoren ab: einmal von der zurückzulegenden Strecke, je länger der Weg, desto früher der Aufstieg, dann von der Wassertemperatur am Laichplatz – je kälter das Wasser dort ist, umso früher erfolgt das Ablaichen, da die Eier in kaltem Wasser eine wesentlich längere Entwicklungszeit haben. An Gewässern, wo große Hindernisse zu überwinden sind, kommen die Lachse schon im Juli, um bei Niederwasser Stromschnellen und Wasserfälle leichter zu überwinden. Grundsätzlich steigen aber alle Silberlachse langsamer auf, als die anderen Lachsarten. Cohos legen immer wieder Pausen ein und verweilen längere Zeit in tiefen Pools. Erst wenn die Eier reif sind, ziehen sie in die Laichgründe und legen sofort die Eier ab. Im Gegensatz dazu treffen die anderen Lachsarten oft schon sehr früh am Laichplatz ein und warten dort auf den Eintritt der Geschlechtsreife. Die Rogner legen im Herbst oder Frühwinter 2.400 bis 4.500 Eier in kiesigen Grund ab. Die Dottersacklarven schlüpfen erst im Frühling und bleiben bis Mai oder Juni im Kiesbett. Die fress- und schwimmfähige Brut hält sich in den flachen Uferzonen auf. Mit dem Wachsen besiedeln die Jungfische dann Uferzonen von Seen, Altwässern oder ruhige Pools und sie entwickeln dann ein ausgeprägtes Revierverhalten und verteidigen ihren Platz gegen Eindringlinge. Die jungen Silberlachse verbringen meist einen bis drei Winter in Bächen oder kleinen Flüssen, bevor sie ins Meer ziehen. Manche verbringen bis zu fünf Winter im See und manche, die bereits im brackigen Meer waren, kehren für einen weiteren Winter zurück in den Fluss. Silberlachse verbringen meist nur eineinhalb Jahre im Meer. Manche bleiben zwei Jahre und gelegentlich kehren "Jacks" bereits nach 6 Monaten zurück.
Wirtschaftliche Bedeutung: Für die Berufsfischerei eher gering. Da die Silberlachse im Meer ziemlich tief ziehen, ist der Einsatz von Netzen nicht sehr erfolgreich. Der Großteil wird mittels "Trolling" (Schleppen) gefangen. Diese Art der Fischerei lohnt den Aufwand kaum. Nur ca. 6 Mio Fische werden jährlich gefangen.
In der Sportfischerei hingegen hat der Coho einen sehr hohen Stellenwert. Er gilt als der aggressivste und beißfreudigste aller Lachse und bietet speziell an der Fliegenrute einen spektakulären Kampf. Jährlich werden 200.000 bis 300.000 Cohos mit der Angel gefangen.

  

Begehrt von Köchen und Gourmets

Sockeye Salmon
(Oncorynchus nerka),  Rotlachs, Blueback, Red

Keinem Lachs stellen soviele Sport- und Berufsfischer nach wie dem Rotlachs. Sein Fleisch  gilt als das beste aller Lachsarten. Wegen seiner intensiven roten Farbe, wegen des hohen Fettgehaltes und auch wegen der idealen Filetgröße (1 bis 3 Pfund) erzielt es den höchsten Preis. Rotlachse werden meist 4 bis 8 Pfund schwer. Alaska-Rekord ist 16 Pfund (Kenai River, 1974).
Verbreitung:
Rotlachse sind weit verbreitet im Nordpazifik und im Arktischen Ozean. Das Verbreitungsgebiet der Rotlachse  erstreckt sich von Kalifornien bzw. Hokkaido/Japan im Süden bis nach Bathurst Inlet/Kanada bzw. bis zum Anadyr/Sibirien im Norden.

Beschreibung: Junglachse und noch nicht laichreife Sockeyes sind am Rücken und auf der Oberseite des Kopfes metallisch grünblau, silbrig an den Flanken und silbrigweiß am Bauch. Laichreife Milchner entwickeln einen starken Buckel und lange Kiefer mit Haken und "Hundszähnen". Bei beiden Geschlechtern wird der Körper leuchtend dunkelrot, Kopf und Oberkiefer werden olivgrün, das Unterkiefer wird schmutzigweiß. Rotlachse unterscheiden sich von Königs-, Silber- und Buckellachsen durch das völlige Fehlen der schwarzen Punkte. Von Hundslachsen, die ebenso keine Punkte haben, unterscheiden sie sich durch die größere Anzahl von Reusen am ersten Kiemenbogen: Rotlachse haben 28 bis 40 lange dünne Dornen, Hundslachse 19 bis 26 kurze, dicke.
Fortpflanzung, Lebensraum: Der Aufstieg in Flüsse und Bäche beginnt in manchen Gebieten bereits Mitte Juni, in anderen Gegenden erst Mitte Juli und dauert in manchen Gebieten (z.B.Kodiak) bis Ende August, Anfang September. Viele Flüsse haben sogar zwei "Runs" (early run und late run). Meist kommen mit dem zweiten Run die größeren Fische. Rotlachse kommen vorwiegend in Flusssystemen vor, die aus einem oder mehreren Seen kommen. Seen bieten den planktonfressenden Jungfischen ein besseres Nahrungsangebot als Fließgewässer. Die Laichzeit ist im Spätsommer oder im frühen Herbst. Die Rogner schlagen innerhalb einiger Tage mehrere Laichgruben, in die sie die Eier portionsweise ablegen und ein oder mehrere Milchner befruchten die Eier. Anschließend bedeckt der Rogner durch Schlagen mit der Schwanzflosse die Laichgrube mit Kies. Bevorzugte Laichplätze sind kiesige Seeufer oder langsam fließende Bäche. Je nach Größe legt ein Weibchen 2000 bis 4500 Eier ab. Die Brut schlüpft im Frühling und sucht ruhige, nahrungsreiche Wasserzonen auf. In Flusssystemen mit Seen bleiben die Junglachse wesentlich länger (bis zu drei Jahre) als in Gewässern ohne Seen, wo sie bereits im ersten Lebensjahr ins Meer ziehen. Auch im Meer ernährt sich der Rotlachs vorwiegend von Zooplankton und Fischlarven. Nur selten werden kleine Fische gefressen. Es gibt auch Rotlachspopulationen, die ihr ganzes Leben im Süßwasser verbringen. Sie leben in Seen ohne Abfluss. Man nennt diese Lachse, die kaum 3 Pfund schwer werden,  "Landlocked" oder "Kokanees".
Wirtschaftliche Bedeutung: Für die Fischereiwirtschaft Alaskas ist der Rotlachs ohne Zweifel die bedeutendste Lachsart. Es  steigen zwar zahlenmäßig mehr Buckellachse als Sockeyes auf, jedoch ist der Erlös aus dem Fang von Rotlachsen um ein Vielfaches höher. Berufsfischer fangen jährlich 30 – 40 Mio Rotlachse. Die bedeutendsten Fanggebiete sind in der Bristol Bay und im Prince William Sound.
Sportfischerei: Rotlachse zeigen sehr selten ein aktives oder gar aggressives Beißverhalten und es ist schwierig, sie auf legale Art und Weise, also im Maul gehakt, zu fangen. Es bedarf einer ganz bestimmten Angeltechnik um den Köder (meist Streamer) so zu führen, dass man ihn dem Fisch sozusagen durchs Maul zieht. Die von Sportfischern gefangene Zahl von Rotlachsen ist nicht erfasst, dürfte aber in jedem Fall weit jenseits der Millionengrenze liegen. Die populärsten Ziele für die Angler sind die Kenai Halbinsel und das Iliamnagebiet. Zigtausende Fischer aus aller Welt kommen alljährlich, um dicht gedrängt an den Ufern des Kenai River und des Russian River den Rotlachsen nachzustellen. Geradezu unberührt ist dagegen der Prince William Sound. Touristisch weitgehend noch nicht erschlossen, ist dieses Gebiet eine Oase für den echten Sportfischer.

 

Alles andere als ein Favorit

Pink Salmon
(Oncorynchus gorbuscha), Buckellachs, Humpback, Humpy

Der Buckellachs ist die kleinste Lachsart in Alaska. Die meisten wiegen  2 bis 4 Pfund. Der Rekordfisch wog 13 Pfund (1974, Moose River). Der Name Humpback kommt vom extrem hohen Buckel, den die Milchner nach dem Eintritt ins Süßwasser bekommen, die Bezeichnung Pinks von der zartrosa Farbe des Fleisches.
Verbreitung: 
Buckellachse gibt es von Nordkalifornien bis zum Mackenzie River in Kanada und von Korea nach Norden bis zur Lena in Sibirien.

Beschreibung: Im Meer sind die "Pinks" silberblank mit einem leuchtenden stahlblauen Rücken und großen, schwarzen, ovalen Punkten am Rücken und in der gesamten Schwanzflosse. Die Schuppen sind klein, die Farbe des Fleisches ist rosa.
Fortpflanzung, Lebensraum: Ab Ende Juni bis Mitte Oktober steigen Buckellachse auf. Der Großteil laicht in den Unterläufen der Flüsse, oft sogar im Bereich der Mündungen. Nur wenige Runs ziehen bis in die Quellregion. Die Rogner legen innerhalb  einiger Tage bis zu 2000 Eier ab, die von einem oder mehreren Milchnern befruchtet werden. Die Brut schlüpft schon im Winter und schwimmt unverzüglich bis ins Brackwasser. Sie bleibt bis zum Herbst in Küstennähe und ernährt sich hauptsächlich von Plankton. Mit 10 bis 15 cm Länge     ziehen die Jungfische in den Ozean hinaus und kehren nach einem Jahr zurück in ihr Heimatgewässer. Buckellachse sind die einzige Lachsart, die einen gleichbleibenden, zweijährigen Lebenszyklus einhält. Daher ist auch nur jedes zweite Jahr ein gutes Buckellachsjahr. In den meisten Gewässern sind es die geraden Kalenderjahre.
Wirtschaftliche Bedeutung: In vielen Küstengebieten Alaskas ist der Buckellachs der "Brot und Butter" Fisch. Zwar erzielt er nur einen sehr bescheidenen Preis, aber die Menge von jährlich 77 Mio Fischen ist doch eine gute Einnahmequelle für viele kleine Fischerdörfer. Das Fleisch wird zu Konserven verarbeitet. In manchen Jahren übersteigt die gefangene Menge die Nachfrage. Die Preise fallen stark und ein Teil des Fangs wird dann zu Tierfutter verarbeitet.
Berufsfischerei: Die bedeutendsten Fanggebiete sind im Prince William Sound und im Nordwesten Alaskas. Gefischt wird hauptsächlich mit Stell- und Schleppnetzen.
Sportfischerei: Wegen der geringen Größe und der mangelhaften Fleischqualität (ab dem Erreichen der Flüsse) ist der Buckellachs bei den meisten Sportfischern nicht sehr geschätzt. Meist steigen die Humpies zugleich mit den begehrten Silberlachsen auf und stehen häufig in den selben Pools. Die Silvers stehen am Grund, die Humpies eher höher, und so ist es oft schwer, den Köder an die Silberlachse heranzuführen. Bevor der Streamer oder Blinker dorthin gelangt, wo er hin soll, hat man schon, ohne es zu wollen, einen unerwünschten Buckellachs gehakt.

 

Von den meisten Sportfischern zu wenig beachtet

Chum Salmon
(Oncorynchus keta), Hundslachs, Dog Salmon, Keta, Calico Salmon, Silverbrite

Nach dem Königslachs ist der Hundslachs der größte Vertreter der Pazifischen Lachse. Die "Chums" werden meist 8 bis 18 Pfund schwer, der Rekord ist 32 Pfund (1985, Caamano Point).
Sie sind auch heute noch eine wichtige Nahrungsquelle der Eingeborenen im Norden und Nordwesten Alaskas. Sie werden zur Fangzeit frisch gegessen, der Großteil aber wird für das restliche Jahr konserviert. Die Fische werden vor allem luftgetrocknet, gesalzen und geräuchert. Der Name "Dog Salmon – Hundslachs" kommt von den hundeähnlichen Zähnen, die den Männchen zur Laichzeit wachsen, und daher, dass getrocknete Hundslachse das Hauptfutter für die Schlittenhunde war und heute noch ist.

Verbreitung:
Der Hundslachs ist von allen Pazifischen Lachsen am weitesten verbreitet. Vom Sacramento River in Californien bis zum Mackenzie River in Kanada, und in Asien von der Insel Kyushu im Süden bis zur Lena in Sibirien.

Beschreibung: Im Meer sind die Hundslachse nur schwer von  Rot- und Silberlachsen zu unterscheiden. Sobald sie küstennahe Gewässer erreichen, ändert sich ihr Aussehen sehr schnell. An den Flanken erscheinen unverwechselbare grüne und rot-violette vertikale Bänder, die vor allem bei den Milchnern sehr intensiv ausgeprägt sind. Die Rogner haben ein dunkles Band entlang der Seitenlinie, die roten und grünen Bänder sind schwächer ausgeprägt.
Fortpflanzung, Lebensraum:  Chums laichen in Flüssen und Bächen, manche sogar in den Flussmündungen, andere wieder ziehen, wie im Yukon River, über 3.000 km landeinwärts. Die im Frühling geschlüpfte Brut schwimmt schnell flussab und verweilt bis zum Herbst im Brackwasser, bevor sie in großen Schwärmen ins Meer zieht. Nach 3 bis 6 Jahren kehren sie zurück in ihr Heimatgewässer.
Wirtschaftliche Bedeutung: eher gering, da das Fleisch wegen seiner blassrosa Farbe und wegen des geringen Fettgehalts keinen hohen Preis erzielt. Es wird vorwiegend in Öl oder Salzlake gelegt und zu Konserven verarbeitet und vorwiegend nach Japan exportiert.  Sehr geschätzt ist dagegen der Rogen des Hundslachses, welcher als "Keta" Kaviar auf den Markt kommt.
Berufsfischerei: Die bedeutendsten Fanggebiete sind im Norden und Nordwesten Alaskas (Yukon, Kuskokwim, Kotzebue  Sound). Gefischt wird vor den Küsten, in den Flussmündungen aber auch weit im Landesinneren (Subsistence Fishery der Es-kimos)
Sportfischerei: Obwohl die Hundslachse eine beachtliche Größe erreichen, aggressiv beißen und einen guten Kampf liefern, sind sie bei den Sportfischern nur wenig geschätzt. Eigentlich unverständlich, dass auch catch-and-release Angler so denken, wo doch hier die Verwertbarkeit des Fleisches keine Rolle spielen sollte. Wahrscheinlich ist diese Einstellung nicht zuletzt auf den abfälligen Namen zurückzuführen.
 




Dieser Artikel/Fotos wurde zur Verfügung gestellt vom Reiseveranstalter Alaska Fisherman Club, Inc.,
Triendlsiedlung 5, A - 6074 Rinn, Austria

Layout/Grafik: Eva Geigl/Royal Flyfishing

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