an der Gail 

Wildes Land,

romantisch

und

fischreich

Offen gestanden, wir hatten schon einige Male mit dem Gedanken gespielt, einmal die Gail im Lesachtal und bei Kötschach-Mauthen zu befischen. Aber wie so oft im Leben kam immer etwas dazwischen. Dieses Jahr passte es einfach und die Wetterlage hätte nicht besser sein können. Bereits bei der Ankunft bei Fam. Klauss-Lanzer, Aqua-Sol-Abenteuer in Kötschach-Mauthen erhielten wir ausser Gewässerprofilen, Landschafts- und Fischfotos noch eine DIN-A-4 – grosse farbige Gewässerbeschreibung aller hauseigenen Fischwasser, mit der man ausgezeichnet zurechtkommt. Geplant war, mehrere der 9 Fliegengewässer zu sehen, deshalb bestellten wir 2 Guides, mit denen wir am nächsten Morgen zusammentrafen.

 Grünsee
Grünsee

Georg und Sepp kennen alles, jeden Baum, jeden Stein, jeden Gumpen aber Gott sei Dank noch nicht jeden Fisch ! Nach einer Orientierungsfahrt vom unteren Abschnitt des Valentinbaches am Rande von Kötschach ging es aufwärts in Richtung Plöckenpass. Auf 1250 m Seehöhe liegt der Grünsee, eine landschaftliche Oase der Ruhe und Paradies für Fliegenfischer, die nur für Hausgäste zugänglich ist und für die auch einige Boote zur Verfügung stehen. Eine kleine Fischerhütte mit Grillgelegenheit ist auch vorhanden. Im See-Einlauf (Angerbach) stehen viele Äschen bis etwa max. 40 cm und im See werden auch Saiblinge, Bach- u. Regenbogenforellen auf unsere Fliegen und Nymphen aufmerksam.  Der Seeablauf heißt bis hinunter zum Valentinsee ebenfalls Angerbach.


am Grünsee

 Valentinsee
Valentinsee

Zwischen Grünsee und Valentinsee erstreckt sich die unbegehbare Angerbachschlucht. Bis zu 100 m hoch aufragende Felswände verwehren den Zutritt in die geheimnisvolle Welt der Angerbachforelle. Vor einigen Jahren gelang zwei Bergsteigern, mit Seil und Haken, Neopren-Anzügen und Schwimmweste ausgerüstet, die Erstdurchgehung der wilden Schlucht. Sie zählten mehr als 21 Wasserfälle, wilde Wasserlabyrinthe und grosse, tiefgrüne Wassergumpen. Das ist das Reich der "Angerbachforelle", eine urständige Bachforellenart mit besonderer Prägung. Sie erreicht bis zu 1,5 kg und 60 cm Länge, besitzt grosse orangerote Punkte und ein länger gezogenes Maul. Nur durch Hochwasser kommt es vor, dass manchmal einige dieser Ur-Forellen über den Wasserfall in den Valentinsee gespült werden.

              Urforelle
                         Urforelle                               



Etwas unterhalb des Grünsees, direkt neben der Strasse entstand in den letzten Jahren
der Cellonsee. Es sieht dort oben so aus, wie man Bilder aus Kanadas Wildnis kennt.

 

 

Wie wird wohl die Gail im Lesachtal aussehen fragte ich mich, denn die Landkarte zeigte nur eine einzige kurvenreiche Hochstrasse, die sich mehr als 200 m über dem Talgrund das gesamte Tal  durchschlängelt. Wir fuhren bis knapp hinter St. Jakob i.Lesachtal und bogen dann nach der neuen Strassenbrücke links ab Richtung Aigen. Eine einspurige, geteerte Strasse führte uns in vielen kleinen Serpentinen zum Talgrund. Bei einer Holzbrücke war endlich Gelegenheit zu parken und wir konnten uns dann mit der richtigen "Oberbekleidung" ausgestattet, erst mal von oben einen Überblick verschaffen um vielleicht schon ein paar Fische zu sichten - und tatsächlich: fast jeder grössere Stein war "besetzt".  

 Gail im Lesachtal flussabwärts

Die Gail mäandert zwischen Wald und Fels, zwischen Kiesbänken und Felsabstürzen. Glasklar und an tieferen Stellen türkisfarben, so präsentierte sich uns dieser "jungfräuliche" Fluss mit einer natürlichen Frische und Lebendigkeit.

Die Forellen waren selektiv und nahmen eher kleine und mittlere Sedges oder CDC-Fliegen. Trotz teilweise starker Strömung war das Überqueren der Gail recht problemlos, da der Untergrund -  meist ohne Algen -  sehr guten Halt bot. Wir befischten die Strecke flussabwärts der Brücke und staunten über den Fischreichtum.

Alle Fische der Gail im Bereich der Hotelstrecken sind Wildfische! Seit 10 Jahren gilt hier catch & release und seit dieser Zeit wird kein Fisch mehr besetzt. Das überdurchschnittliche Fischaufkommen wird deutlich, wenn man die vielen Brütlinge, 1- und 2-sömmerigen Salmoniden sieht. Die Alterspyramide stimmt!  Alle Fischarten reproduzieren sich in diesem 1a-Wasser und die Insektenwelt, bestehend aus Köcherfliegen, Eintags- und Steinfliegen, ist hier unbeeinflusst von Zivilisationsschädigung.
 

      Gail im Lesachtal flussaufwärts

Gail im Lesachtal flussaufwärts

Unter jedem grösseren Stein findet man Insektenlarven und auf den Steinen kleben die zurückgelassenen "Mäntelchen" der ausgeschlüpften Steinfliegen. An vielen Sandstellen neben dem Ufer der Gail erkennt man die Trittspuren von Rotwild und es sollen auch ein paar Bären in den Karnischen Alpen leben. Aber keine Angst, die sieht man nie!
Am nächsten Tag wollten wir mit Guide Max und zwei weiteren italienischen Fliegenfischern unbedingt noch mal ins Lesachtal nach Aigen. Diesmal wanderten wir von der Brücke aus aufwärts und es wurden von allen extrem viele Fische überlistet. An einem tiefen Pool wechselte ich von Trockenfliege auf Nymphe. Drei Würfe und dann kam ein heftiger Biss. Leider ging dabei auch das Vorfach zu Bruch, sodass ich den Fisch gar nicht zu Gesicht bekam. Weiter flussaufwärts, vom mäandern der Gail fast schwindlig, kam ich fast ans Ende der Fliegenstrecke. Dort fischte Max mit Bruno und Michele und ich staunte nicht schlecht, wie viele Äschen die aus ihren Verstecken locken konnten. Mir schien, sie hätten eine ganze Äschenfamilie samt Verwandtschaft  "ausgehoben". Alle fischten teils mit der Trockenen, teils mit kleinen Nymphen und alle waren permanent erfolgreich. Schöne Äschen standen hier in der Hauptströmung! Sie hatten meist zwischen 37 und 42 cm. Herrliche Fahnenträger! 


Ein schöner Abschluss für heute und für diesen Tag war es wirklich genug.
Wir waren mit Natur, Fluss und Fisch mehr als zufrieden. 

Die Sonne lachte auch am dritten Tag vom Himmel. Der untere Gail-Abschnitt im Bereich Kötschach-Mauthen ist in 5 Minuten vom Hotel aus erreichbar. Hier sollte man beim Waten vorsichtig sein, weil die Steine gerade im Flachwasserbereich oft etwas rutschig sind. Es bot sich uns von oben ein toller Blick. Im klaren Wasser konnten wir schon am Rand hinter grossen Steinblöcken und auch direkt in der Strömung einige aktive Bach- und Regenbogenforellen sehen. Trotz Sedge-Flug, war aber nicht jede Forelle bereit, unsere Fliegen oder Nymphen zu nehmen. Doch das ist eben der Reiz beim Fliegenfischen, wenn man dabei auch gefordert wird! 

         Gail bei Kötschach-Mauthen                       Gail bei Kötschach-Mauthen

Die Strömung an diesem Abschnitt war stark, aber vorsichtig gedrillt konnten wir Regenbogner, Bachforellen und ab und zu auch Äschen vom Haken befreien.  

     

Einmal wagte ich mich in die Mitte des Flusses, denn gegenüber sprudelte eine ganz kleine Quelle in die Gail. Ein Stück unterhalb müsste doch einer stehen, dachte ich mir und warf mehrmals diese Stelle an. In dem Moment, als meine Fliege wieder mal zu dreggen begann, erhielt ich einen wilden Schlag auf die Rute und dann begann ein rasanter Drill mit vielen harten Fluchten. Ich hatte wirklich Probleme, den Fisch überhaupt aus dem Gleichgewicht zu bringen um ihn langsam aus der Strömung zu führen - es war eine 50-er Regenbogenforelle. Ein wunderschöner Fisch, hochrückig, sehr kompakt und ohne jegliche Verletzung, ein Wildfisch eben!

Unsere 3 Tage waren leider um, aber das war viel zu kurz, gäbe es doch noch so viele Stellen mehr zu befischen.

  

Man fischt an der Gail mit Ruten der Stärken 4-6. Für das Vorfach empfehle ich 0,16 mm wegen der starken Strömung und der Möglichkeit, Fische ab 40 cm sicherer landen zu können. Das Tippet zu fetten ist ebenfalls praktisch, da die Fliege viel länger hoch schwimmt und nicht durch das stark bewegte Wasser beeinträchtigt wird.

Grundsätzlich ist die Gail etwas für Fliegenfischer, die gerne wandern und somit gut zu Fuss sind. Vergessen Sie nicht -  besonders im oberen Revier - etwas Verpflegung und ein Getränk mitzunehmen. Ein kleines Picknick am Fluss in dieser schönen Naturlandschaft wird zur Gourmet-Speise. Wenn dann noch eine Digitalkamera in die Jacke passt, dann kann man sich später von diesen Eindrücken immer wieder neu begeistern lassen. Bis zu dem Tag, an dem man sicher wiederkommt! Wir fischen bestimmt nächstes Jahr wieder an der Gail, denn das ist soo g… !

Jeder, der sich diesen Genuss gönnen will, wird sicher sagen: Ich möchte unbedingt gutes Wetter und beste Wasserbedingungen! Über die Nummer des Gewässerbetreibers erhält man jederzeit Auskunft über Gewässerstand und Wetter. Was die Witterung betrifft, so ist dieses südlichste Tal von Kärnten sehr begünstigt. Mehr als 240 Sonnentage! Kaum Nebel, sehr mildes und leicht mediterranes Klima.
Was aber tun, wenn es mal stärker regnet und die Gail eintrübt?  Kein Problem, damit kann man leben, denn Aqua-Sol-Abenteuer bietet ja noch weitere Fliegengewässer mit sehr gutem Fischbestand, die dann trotzdem gut befischbar sind:
Assnitzbach, Valentinsbach, Angerbach, Mahlbach, Mühlbach, Grünsee und  wie schon oben erwähnt - auch den Cellonsee.
                                                

     


noch mehr dazu in unserer Royal-Flyfishing Fotogalerie !

Alle weiteren Auskünfte erhält man unter: Aqua-Sol-Abenteuer, AAE-Wasserkraftwerk GmbH - Fam. Klauss-Lanzer

Frau Klauss-Lanzer bietet einen ganz neuen Service:  Sie wird Ihnen auf Anfrage eine Unterkunft nach Ihren Wünschen und Preisvorstellungen anbieten bzw. vermitteln.  Rufen Sie an oder senden Sie ein Fax oder eine email.

Kötschach 66
A – 9640 Kötschach-Mauthen
Tel.:  0043 - (0) 4715 222
Fax:  0043 - (0) 4715 222-53
email: office@flyfish.at
www.flyfish.at


Bericht: Peter Sagerer
Fotos:  Eva Geigl und Max
Grafik: Eva Geigl