Die Pongauer Taurach

Es ist Ende August und wir wollen der Pongauer Taurach in Untertauern einen Besuch abstatten. Ein Gebirgsflüsschen, das von der Wasserscheide in Obertauern nach Norden fliesst und unterhalb von Radstadt in die Enns mündet.

Pongauer Taurach 

Im Gasthof zur Post bei Familie Kohlmayr in Untertauern hat man sich ganz besonders auf fliegenfischende Gäste eingestellt. Wer das Haus betritt, wird gleich links in einer nur für Fliegenfischer eingerichteten Ecke mit besonderem Flair diesen speziell angefertigten Bindetisch entdecken - ein Prachtstück aus der Schweiz. An der Wand hängt eine überdimensionale präparierte Bachforelle. Wir dachten, dass das schon ein sehr selten grosser Fisch aus der Taurach wäre, aber da hatten wir uns schwer geirrt. 

 

Seit 7 Generationen bewirtschaftet die Familie Kohlmayr das Gewässer mit einer Länge von ca. 18 km. Alle Formationen eines Gebirgsbaches sind vorhanden. Ab der oberen Grenze des Revieres – am Johannes Wasserfall - bis knapp 4 km unterhalb nach der Taurach-Schlucht findet der Liebhaber von „Indianer-Fischerei“ alles was das Herz begehrt. Wildwasser, kleine und grössere Pools. Hier geht es über Berg und Tal, über Stock und Stein. Jeder der dorthin will muss sehr gut zu Fuss sein. Die Naturlandschaft und auch die Wasserfälle (Gnadenfall und Taurach-Schlucht) lassen jeden Naturliebhaber staunen und geniessen. Trotz aller Aufmerksamkeit für Wasser und Fisch wird man immer wieder durch die farbenprächtige Bergflora abgelenkt.

Taurachschlucht
Taurach Schlucht

  Gnadenfall
Gnadenfall

 Johannesfall
Johannes Wasserfall

nach dem Johannesfall

Unterhalb der Taurach-Schlucht haben die Kohlmayr´s einen kleinen Freizeitpark neben der Taurach eingerichtet. Fischteiche und Fischzucht laden „Angler“ und auch manchen Fliegenfischer ein, zusammen mit Freunden oder Familie die Angel- oder Fliegenrute zu schwingen um auf Sicht eine der vielen Forellen zu erbeuten. Der Fang wird abgewogen, ausgenommen, bezahlt und kommt oft gleich auf den Grill.  

Ab dieser Stelle flussaufwärts – 1 Minute vom Gasthof entfernt –  gilt fischen mit Fliege oder auch mit toter Pfrille (Elritze) . Flussabwärts ca. 13 km, wird nur mit Fliege, Nymphe oder Streamer gefischt. Widerhaken sind absolut verboten. Es wird streng kontrolliert! Die Taurach bahnt sich ihren Weg wild und ungezwungen teils durch bewaldete Strecken über Rauschen, Gumpen, Rieselstrecken bis wieder lange breite und ganz offene Abschnitte die Sicht auf die Berge freigeben. Das glasklare Wasser – derzeit relativ niedrig – fliesst doch sehr schnell, weshalb wir darauf hinweisen möchten, dass reine Fliegenfischer-Anfänger teilweise schon Probleme haben dürften. Für gute und noch bessere Fischer eröffnen sich ungeahnte Freuden.

 
     

Es beginnt schon damit, dass man – mit Polbrille bewaffnet – Fische in einer Grösse ausmachen kann, die in solch einem Gebirgswasser schlichtweg als unfassbar eingestuft werden muss. Der Bestand an Bachforellen, Regenbogenforellen und Saiblingen ist bemerkenswert. Der höhere Bestand an Regenbogner resultiert sicher daraus, dass sie von der Enns in die Taurach aufsteigen.

Dirk
Dirk Thrun

Während wir die zwei Tage fischten, waren ausser uns nur noch paar weitere Fliegenfischer am Wasser. Die Fangergebnisse lagen zwischen 5 und 15 Fischen pro Tag. Dirk Thrun aus Köln verlor mehrere Regenbogner zwischen 55 und 80 cm, konnte aber dann doch einige dieser Traumfische mit ca. 60 cm fangen. Und dann biss der Fisch des Tages mit 70 cm! Nach einem aufregenden Drill bei der sich Fisch und Fischer insgesamt ca.100 m flussabwärts abkämpften gelang die Landung. Nach der „Portrait-Aufnahme“ hat er diese Riesenforelle wieder zurückgesetzt.
Aufgrund des schnellen Wassers liefern alle Fische – auch die kleineren – spektakuläre Drills, die jedem Fischer den Adrenalinspiegel nach oben treiben. Man sollte sich an jedem Platz schon vorher Gedanken machen, wie man mit einem gehakten Fisch – der meist nach unten flüchtet – über Steine, Blöcke, Wasserfälle, Gumpen, querliegende Bäume etc. nachfolgen kann.
Die Hauptinsekten sind Köcherfliegen und Steinfliegen, daneben selbstverständlich auch Eintagsfliegen. Mit Rehhaarsedges und schwarzen Käfern ( mit Sichthilfe ) ist man sehr gut bedient. Braune, schwarze und dunkelgrüne Nymphen mit und ohne Goldkopf sind sicher noch erfolgreicher. Wer Streamer einsetzt hat wohl die grössten Chancen auf die Kapitalen und vielleicht für den „Fisch des Lebens“.

Grundsätzlich gilt Catch + Release . Man kann trotzdem bis zu 3 Fische pro Tag entnehmen, muss diese aber im Hotel nach Gewicht bezahlen. Eine – wie wir meinen – ausgezeichnete Regelung, die sicher auch der Grund für die Erhaltung dieses Super-Fischbestandes ist. Zum Fischwasser Taurach kommt noch ein Highlight dazu: Der Tauernkarsee der ebenfalls zum Fliegenfischer-Revier gehört. Dort oben, auf ca. 1650 m Seehöhe glaubt man fast in Kanada zu sein. Forellen, Saiblinge und sogar Äschen lassen sich auch vom Boot aus fangen. Die Boote stehen kostenlos zur Verfügung! Man bekommt den Schlüssel für das Bootshaus ein paar hundert Meter oberhalb dem See in der 300 Jahre alten Tauernkar Almhütte, die von der Familie Kohlmayr als Berggaststätte bewirtschaftet wird. Alles mit dem Auto mautfrei zu erreichen.

 Tauernkarsee
Tauernkarsee

Tauernkar Almhütte
Tauernkar Almhütte

Zur Fischereilizenz:
Mindestaufenthalt im
"Gasthof zur Post" Untertauern sind 3 Tg.
2 Tages-Lizenz € 35,--
3 Tages-Lizenz € 45,--
4-Tages-Lizenz € 55,--
5-Tages-Lizenz € 60,--
Ab 7 Tage Aufenthalt ist die Fischerkarte gratis

Wer 7 Tage bucht, darf sowohl am See als auch in der gesamten Taurach kostenfrei fischen! Das ist kein Märchen, sondern der besondere Service für Gäste der Familie Kohlmayr. Für die nichtfischende Begleitung stehen viele schöne Aktivitäten auf dem Programm. Mehr davon, über den Gasthof Kohlmayr, das Appartementhaus und die Tauernkaralm erfahren Sie unter: www.kohlmayr.com

 Saibling im Tauernkarsee

Strecke nach Johannesfall
Fliegenfischerstrecke nach dem Johannesfall

Tauernkarsee
Tauernkarsee

noch mehr Fotos in unserer Royal Flyfishing Fotogalerie !

 

 unterhalb vom Gnadenfall
unterhalb vom Gnadenfall

 
Bericht: Peter Sagerer
Fotos: Eva Geigl und Dirk Thrun
Grafik:Eva Geigl