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Ein Bericht von Uwe Rieder und Christof Menz

 

Der Huchen wird in Europa auch "Donau-Lachs" genannt, weil er ausschließlich in der Donau und ihren Zuflüssen wie Mur, Enns, Drau, Isar, Iller, Lech, Inn und einigen anderen kleineren Flüssen vorkommt. Man findet ihn in Österreich und Deutschland, aber auch in Polen oder Slowenien. Der Huchen war vor einigen Jahren in Europa noch vom Aussterben bedroht, da seine Lebensräume durch die Umweltverschmutzung, Begradigung der Flüsse und das Errichten von Stauanlagen stark eingeschränkt wurden. Auch der Kormoran war verantwortlich dafür, dass vor allem die Anzahl der Futterfische wie Äschen oder Nasen stark dezimiert wurde. Heute ist der Huchen wieder in fast allen Donauzuflüssen zu finden und seine Population wächst von Jahr zu Jahr.

Die durchschnittliche Größe der Huchen beträgt zwischen 90 und 110 cm mit einem Gewicht von 8 bis 15 kg. Einige Fische von bis zu 130 cm und einem Gewicht von 25 kg werden jedes Jahr von Sportanglern gefangen. Der Rekordfisch kommt aus der Drau in Österreich und wurde mit Köderfisch gefangen, seine unglaublichen Maße betrugen 160 cm und 54 kg. Die Huchen-Saison beginnt im Oktober und endet mit dem letzten Tag im Februar. Anfang bis Mitte April laicht der Huchen und oft kann man mehrere dieser gigantischen Fische im Flachwasser beobachten.
Wenn man einen Huchen fangen möchte, muss man sicherlich sehr viel Geduld aufbringen und viel Zeit investieren. Er frisst nicht jeden Tag. Oft frisst er nur einmal pro Woche oder sogar noch weniger oft, da er zur kalten Jahreszeit mit seinen Kräften haushält und versucht, so wenig Energie als möglich zu verbrauchen.

Uwe Rieder
Uwe Rieder 

Der Schlüssel zum Erfolg hängt also meistens davon ab, ob man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, wie so oft in der Fischerei. Diese Tage und Stunden voraus zu sagen ist sehr schwierig und es gibt zahlreiche unterschiedliche Theorien, die Palette reicht von sogenannten warmen "Schmelztagen" bis hin zu ergiebigem Schneefall. Tatsache ist, dass Huchen zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei unterschiedlichstem Wetter gefangen wurden und auch weiterhin gefangen werden.

an der Mur

Einen  Huchen fängt man auch meistens nicht mal eben so im Vorbeigehen, die meisten Huchen-Spezialisten investieren sehr viel Zeit und versuchen so oft als möglich am Wasser zu sein – und den Tüchtigen winkt dann oft auch das nötige Glück! Der Huchen hält sich meistens an den tieferen Stellen im Fluss wie Buhnen oder großen Pools auf. Doch immer wieder kommen sie auf ihren Raubzügen in die Flachwasserzonen und Einläufe, wo sie die meisten Futterfische finden. Gerade an diesen Stellen sind sie perfekt mit der Fliege zu fischen! Am besten eignen sich für diese Fischerei starke Einhandruten der AFTMA-Klasse 12 oder besser noch kurze Zweihandruten mit einer maximalen Länge von 11 Fuß. Diese lassen sich den ganzen Tag ermüdungsfreier werfen. Eine entsprechende Rolle mit einer guten Bremse und ausreichend Backing sind empfehlenswert. Da die Größe der Streamer normalerweise zwischen 15 und 25 cm betragen sollte, eignen sich sehr kurze Schussköpfe von max. 7 m in verschieden Sinkraten am besten. Der Schusskopf wirft durch seine konzentrierte Masse diese großen Fliegen einfach und leicht und lädt die Rute von Anfang an auf, so dass man seine Lehrwürfe reduzieren kann.Bei den Streamern sollte man Natur-Farben wie auch etwas grellere Farben in der Fliegendose haben, wichtig ist vor allem das Spiel des Streamers und deswegen eignen sich weiche Materialien oft besser als steifes synthetisches Haar. Verschiedene Reizpunkte wie z.B. große Augen, schaden meistens auch nicht. Da der Huchen oft sehr schwer zu haken ist, haben sich auch sogenannte "Tandem-Rigs", also ein Streamer mit zwei großen Einzelhaken (ohne Widerhaken versteht sich) sehr bewährt. Wenn man einen Biss bekommt, scheuen Sie sich nicht ordentlich ein bis zweimal den Anschlag zu wiederholen, der Huchen besitzt einen enormen Kieferdruck und sehr oft gehen Fische nach kurzer Zeit verloren. Der Huchen beginnt im Drill sich mehrfach zu drehen und wenn der Haken nicht dementsprechend sitzt, verabschiedet sich der Fisch oft sehr schnell.

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Uwe Rieder
Uwe Rieder 

Wenn man auf der Huchen-Pirsch ist, sollte man nie vergessen, dass der Huchen ein sehr scheuer Fisch ist. In der Winterzeit steht die Sonne sehr tief und der Schatten der Fischer ist lange und groß! Die Annährung an gute Plätze sollte immer mit sehr viel Vorsicht geschehen.

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Bericht und Fotos: Uwe Rieder - Christof Menz (Pro-Guides Flyfishing)
Layout: Eva Geigl/Royal Flyfishing
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