Keine Probleme mit dem Kormoran?

 

Eine einfache Massnahme an der AGER brachte die Lösung! 

Noch vor einiger Zeit dezimierten Kormorane Jahr für Jahr den ausgezeichneten Fischbestand der AGER in fürchterlicher Weise. Die Kosten, jede Saison für eine gesunde Fischpopulation zu sorgen, waren enorm. Magister Roman Moser und seine Freunde die das Gewässer betreiben, konnten mit einer doch sehr simplen Methode die Situation völlig verändern.

Der Verein lud vor einigen Jahren alle Jagdpächter und Jäger der Reviere entlang der AGER zum Abendessen ein. Man erklärte den Jägern die Problematik im Detail und machte folgendes Angebot:

Für jeden erlegten Kormoran erhält der Jäger eine Aufwandsentschädigung in Höhe von  €  15,--. Auszahlung erfolgt in bar bei Ablieferung der Tiere an einer bestimmten Ausgabestelle.

Die Jägerschaft stimmte zu und ging auf die Pirsch während der gesetzlich vorgegebenen Abschusszeit. Jedes Jahr kamen daraufhin immer weniger der ungeliebten Kormorane an die AGER. Der Vogel ist von Natur aus mit einem außergewöhnlichen Sozialverhalten ausgestattet. Er setzt Späher ein, die dem Schwarm gute Beuteplätze melden. Ebenso funktioniert wohl auch die Gefahrenmeldung! Kormorane werden 18-20 Jahre alt und entwickeln eine beachtliche Beobachtungsgabe. Gebiete, in denen man sie regelmäßig stört, bedroht oder tötet, werden einfach nicht mehr angeflogen. Wohl eine gute Art der Selbsterhaltung!

Es hat sich also für die Fischwasserbetreiber und auch für die Jäger gelohnt. Geht man davon aus, dass ein ausgewachsener Kormoran täglich zwischen 500 und 750  Gramm Fisch vertilgt, also durchschnittlich bis ca.20 Kilo pro Monat, dann sind 15 Euro als Prämie ausgezeichnet angelegt.

Dieses erfolgreiche Modell stellt für viele geplagte Gewässerbetreiber die kostengünstigste und mittelfristig wohl die sicherste Problemlösung dar. Absolut nachahmenswert!

Wir Fliegenfischer leben mit der Natur, wir akzeptieren grundsätzlich auch jede Art von Vögeln und anderen Tieren, die sich vom Fisch ernähren. Es ist uns aber sehr wichtig dafür zu sorgen, dass Überpopulationen – wenn nötig auch mit eisernen Massnahmen – Einhalt geboten wird.

Ein einigermaßen ausgeglichenes biologisches Gleichgewicht zu erhalten, gehört zur Grundeinstellung jedes guten Fliegenfischers!   

 

             

Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 15/2004

791-1-11UG

Zweite Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für besonders geschützte Tierarten
 

vom 27.Juli 2004

Auf Grund des § 43 Abs. 8 Satz 1 in Verbindung mit Satz 4 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) vom 25. März 2002 (BGBl IS.1193), erlässt die Bayerische Staatsregierung folgende Verordnung:

§ 1

1Zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der heimischen Tierwelt wird abweichend von § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG Personen, die zur Ausübung der Jagd befugt sind, gestattet, Kormorane (Palacrocorax carbo sinensis) in der Zeit vom 16. August bis 14. März, in Schonbezirken nach Art. 80 des Fischereigesetzes für Bayern sowie in geschlossenen Gewässern nach Art. 2 des Fischereigesetzes für Bayern vorbehaltlich besonderer Schutzvorschriften bis 31. März, in einem Umkreis von 200 m von Gewässern unter Ausnahme der in § 2 aufgeführten Bereiche zu töten. ²Verboten ist der Abschuss von Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang. ³Nach Satz 1 erlegte Kormorane sind von den Besitzverboten des § 42 Abs. 2 Nr. 1 BNatSchG ausgenommen. 4 Erlegungsort (Jagdrevier und Gewässer oder Gewässerabschnitt) und Erlegungstag, Zahl der Abschüsse und bei beringten Vögeln die Ringnummer sind der zuständigen Regierung bis spätestens 15. April eines jeden Jahres zu melden.

§ 2

Von der Gestattung sind ausgenommen:
-          befriedete Bezirke gemäß Art. 6 Abs. 1 und 2 BayJG
-          Nationalparks (Art. 8 BayNatSchG)
-          Naturschutzgebiete (Art. 7 BayNatSchG)
-          Durch Rechtsverordnung ausgewiesene europäische Vogelschutzgebiete ( § 10 Abs. 1 Nr. 6 BNatSchG)
-          Feuchtgebiete im Sinn von Art. 2 Nr. 1 des Übereinkommens über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung (BGBl 1976 II S.1265)

-          folgende stehenden Gewässer:Ammersee, Bannwaldsee, Bodensee, Chiemsee, Eibsee, Großer Alpsee, Hopfensee, Königsee, Kochelsee, Pilsensee, Riegsee, Schliersee, Simssee, Staffelsee, Starnberger See, Tegernsee, Waginger- Tachinger See, Walchensee und Wörthsee.

-          folgende Fließgewässerabschnitte:flussabwärts die Donau ab Regensburg (Flusskilometer 2372,15 bis 2201,7), der Main ab Würzburg (Flusskilometer 248,4 bis 66,8), der Inn in Niederbayern (Flusskilometer 72,8 bis 0), die Isar ab Landshut (Flusskilometer 62,7 bis 0) jeweils mit Ausnahme der 500 m-Bereiche flussabwärts der Wehre sowie der Nebengewässer und der Altwässer.

§ 3

Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. August 2004 in Kraft; sie tritt mit Ablauf des 31. Juli 2009 außer Kraft.

München, den 27.Juli 2004

                            Der Bayerische Ministerpräsident

            

                                      Dr. Edmund Stoiber 
 

 

 

 

                                                                                                                               

 

Bericht: Peter Sagerer
Fotos : pixelio.de