Hubert Indra



Hubert Indra
erfolgreicher Hochleistungsathlet
...und die Fliegenfischerei

 3 x absoluter italienischer Meister
im Zehnkampf (78/80/85)

2x Weltmeister im Zehnkampf Masters M40
1997 und 1999

1x Weltmeister bei den Hallen-Weltmeisterschaften
Masters im Fünfkampf

amtierender Weltrekordler im Zehnkampf
Masters M50

Südtirol und Fliegenfischen – das ist eine Geschichte die eigentlich eine gar nicht allzu lange Tradition hat. Waren es doch Anfang der 70er Jahre auswärtige Fischer nördlich des Brenner und südlich der Südtiroler Landesgrenze, die in unseren Gewässern mit ihrer Kunst des eleganten Flugangelns die Aufmerksamkeit der heimischen Fischer auf sich zogen. Mein Vater Hermann war damals Bewirtschafter eines der umfangreichsten Fischereirechte Südtirols – Falschauerbach samt Zuflüssen, Gebirgs- und Stauseen (ca. 205 ha) im Besitz des Grafen Trapp. Durch eine glückliche Fügung hatte ich bereits damals mit meinen 15 Jahren das Glück in die schönste, aufregendste und wohl sportlichste aller Fischereimethoden "eingeweiht" zu werden; dieser damalige Segen entwickelte sich zur Leidenschaft und sollte mich nie mehr loslassen.
Hubert Indra
Nach dem allzu frühen Ableben meines Vaters im Jahre 1976 hatte mich der Graf trotz meiner erst 19 Jahre mit der Weiterführung der Bewirtschaftung beauftragt. Meine frühe Bekanntschaft mit der Fliegenfischerei hatte bereits in der kurzen Zeit der Erfahrung klare Spuren hinterlassen; es war deshalb für mich von Anfang an klar, zumindest im Hauptgewässer nur mehr die schonende Fliegenfischerei zu erlauben und eine naturnahe Bewirtschaftung voranzutreiben. (= kein Einbringen von fremden Besatzfischen; somit Förderung der natürlichen Reproduktion der bereits darin lebenden bodenständigen Fischpopulationen). Der Erfolg zeigte sich alsbald. Binnen weniger Jahre hatte sich die Altersskala des Fischbestandes selbst eingependelt, die Fische waren plötzlich "Wildfische" und die Biomasse trotz Befischungsdruck gleichbleibend. Also ein Beweis, dass sich ein gesundes Gewässer unter bestimmten Voraussetzungen selbst erhalten kann.
Plötzlich wurden die Fließgewässer von einer ganz anderen Kategorie von Fischern frequentiert wie man es bis damals gewohnt war; naturverbundene Menschen, welche im Umgang mit der Kreatur sehr feinfühlig  umzugehen vermochten – einfach Fliegenfischer.
Dieses Erfolgsrezept sollte sich schlussendlich fast dreieinhalb Jahrzehnte, bis zum Jahre 2009 fortsetzen, doch dann wurde mir der Pachtvertrag gekündigt. Der ortsansässige Fischereiverein vermischte sofort den bisherigen natürlichen Fischbestand mit neuen Besatzfischen, um das Gewässer "vermarkten" zu können.

Schluss-Aussage: "nur Fliegen sind schöner"

Herzlichen Gruß
Hubert Indra
Hubert Indra
Hubert Indra - mehr als 20 Jahre im Verband der Fischereirechtsinhaber – davon 10 Jahre Präsident. 1996 Initiator des Zusammenschluss der zwei Südtiroler Fischereiverbände – jenen der Fischereirechtsinhaber und Landesfischerei-Verband. 1996 bis 2007 im Vorstand als Vizepräsident.  
Im Jahre 1995 Gründung des CASTINGCLUB SÜDTIROL. 1997 Einbringung der Sammlung Reichel in das Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei. 2007 und 2010 Erweiterung der Sammlung durch zwei "Brunner Vitrinen".

 Hubert Indra

 

Text/Bilder: Hubert Indra / Eva Geigl
Grafiken/Layout: Eva Geigl