im Donautal Im Naturpark obere Donau, nahe bei Tuttlingen, liegt ein kleiner Ort namens Fridingen. Etwa 6 km flussabwärts oberhalb des Klosters Beuron hat sich die Donau viele tausend Jahre durch das Kalkgestein geschürft und damit eine wunderschöne Berg- und Flusslandschaft gebildet. Große Kalkfelsen überragen steil abfallend den Mischwald und reichen an einigen Stellen – z.B. beim "Bettelmann" -  bis hinunter zur Donau. Einige kleine Burgen ganz oben auf den Spitzen der Felsgebilde liefern dem Betrachter ein mittelalterlich romantisches Flair.  Der Zugang zu diesem Naturtal ist eine Wald- und Schotterstrasse von ca. 4,5 km, beginnend bei Bergsteig und endet direkt beim Gasthof Jägerhaus. Fam. Stehle bewirtschaftet seit Generationen dieses Gasthaus, die umliegende Jagd und die eigene Landwirtschaft mit Zebu-Rinderzucht. Dazu gehört auch das Fischereirecht für ein ca. 2,5 km langes Donau-Revier dessen untere Grenze ca. 600 m unterhalb des Hauses beginnt.
Unter Fliegenfischen versteht man im Allgemeinen zunächst einmal das Fischen auf alle Arten von Salmoniden. Viele wissen zwar, dass man auch so ziemlich jede der anderen heimischen Fischarten mit Fliege, Nymphe oder Streamer überlisten kann, haben es aber meist noch nie versucht. Wir wussten von vorne herein, dass uns dort wenige Forellen, aber dafür ein guter Bestand an vielen Weißfischarten erwartete. Also kurz gesagt eine ganz besondere Herausforderung, denn diese Fische verhalten sich gänzlich anders als Salmoniden.

Bereits bei der ersten Gewässerbegehung entdeckten wir Mengen von Kleinfischen aller Arten. Rotaugen, Hasel, Lauben, Döbel (Aitel), Grundeln, Stichlinge und auch Bachforellen. Kein Wunder, dass so mancher stattliche Hecht dort sein Unwesen treibt.
Große Döbel, Nasen, mächtige Brachsen und kräftige Karpfen zwangen uns zur intensiven Beobachtung, denn so einfach Fliege oder Nymphe wie im Forellenbach anbieten, führt kaum zum Erfolg. Man muss diese Fische und ihr Verhalten vorher richtig in Ruhe beobachten, ihr Verhalten studieren, um das erforderliche Muster fein und zum exakt richtigen Zeitpunkt anzubieten. Vorfachlänge ab 3 m und mehr ist sehr hilfreich und auch ein Tippet mit 0,14 - 0,16 aus Fluorcarbon. Ruten der Klasse #2– 4 sind ideal. Brachse
Das Wichtigste dabei ist - viel Zeit und Ruhe. Und die hat man an diesem Fluss, der in der unteren Hälfte – unterbrochen von einigen Rauschen – gemächlich fließt, während der obere Teil durch ein großes Wehr als Staubereich mit träger Strömung angelegt ist. In dieser teils bis 4 m tiefen Zone leben große Hechte, die frühmorgens und in den Abendstunden die vielen Jungfische zum "kochen" bringen.
In den zwei Tagen unseres Aufenthalts war es uns nicht vergönnt einen Hecht für unsere Streamer zu interessieren. Wir wussten schon, dass gerade die Zeit der Holunderblüte bei großer Hitze äußerst ungünstig ist. Der Herbst jedoch ist ausgezeichnet für die Jagd auf den Hecht. Ein Belly-Boat ist erlaubt und würde gerade auf Hechte durch die idealeren Wurfmöglichkeiten enorme Vorteile bringen.
Wir überlisteten Döbel von 15 – 50 cm mit 12-er Parachute und schwarzen Käfer-Imitationen. Aus guter Deckung heraus hatten wir oft nur eine einzige Wurfmöglichkeit. Wenn diese Präsentation passte, nahmen die Döbel im Zeitlupentempo die Fliege in Augenschein, öffneten langsam das Maul, schlürften das Muster ein und das Haken funktioniert erst, wenn der Fisch das Maul geschlossen hat. Wunderschön zum Ansehen aber nichts für hektische Fliegenfischer!
Auch stattliche Brachsen überzeugten wir mit fast unbeschwerten braunen Nymphen, dazu Rotaugen, Hasel und auch Lauben. Grundvoraussetzung für unsere Erfolge war praktizierte "Indianerfischerei", denn wer vom Zielfisch auch nur leicht wahrgenommen wird, hat in diesem Moment schon verloren. Die großen Brachsen nehmen grundsätzlich nichts, so lange sie "normal" in der leichten Strömung stehen. Erst wenn ihre Schwanzflosse etwas nach oben zeigt, sind sie am Boden aktiv; dieser Moment ist entscheidend für die zarte Platzierung einer Nymphe direkt in Kopfnähe.
Wer etwas schwerere Nymphen verwenden will, sollte diese  "up-side-down" binden, um die unangenehmen Hänger weitgehend zu vermeiden. Das Gleiche gilt auch für die starken Flusskarpfen!
Dennoch konnte Tom "zur Abwechlung" die ersten Bachforellen landen. Der begehrte Forellen-Drill war wieder da...! An der unteren Grenze zum Revier Beuron hin, erlebten wir für etwa eine halbe Stunde eine "Fressorgie" von mehreren grossen Bachforellen in einem langen und breiten Gumpen. Leider fanden wir in dieser Zeit nicht heraus, auf welches Muster sie sich spezialisiert hatten...unser Vorfach wurde immer kürzer und selbst das Anbinden des dünnsten Vorfaches was man noch in der Weste gefunden hat, brachte nichts. Wäre ja auch zu einfach, wenn man für solche Anlässe immer gleich auf Anhieb die richtige Imitation finden würde, oder?

Insekten gibt es an und in der Donau mehr als genug. Zu Köcherfliegen und diversen Eintagsfliegenarten kommen durch den teilweise hohen Uferbewuchs enorm viele Landinsekten dazu. Den Wasserbewohnern bietet die Natur schon einen sehr üppigen Tisch!

Das gesamte Revier ist Teil einer wunderschönen Naturlandschaft. Waten kann man nur in einigen flacheren Fließabschnitten, meist fischt man aber vom Ufer aus, das relativ gut begehbar ist. Einige Reiher-Paare lassen sich täglich öfter nieder oder ziehen ihre Kreise.

Jede Menge Libellen schwirren am Wasser oder nutzen die Sonnenwärme zur Aufheizung ihres Körpers.
Eisvögel, Wasseramseln, Greifvögel vom Bussard bis zum Roten Milan und die absolute Sensation für diese Höhenlage: Gemsen! Mit etwas Glück kann man diese manchmal auf den Kalkspitzen stehen sehen, auf einer Höhe von nur 800 Meter Seehöhe.
Ein mehrtägiger Aufenthalt in dieser herrlichen Umgebung ist sehr zu empfehlen, um einerseits beruflichen Stress abzubauen und andererseits beim Fliegenfischen trotz Ruhe mehrfach täglich hohe Adrenalin-Schübe beim Fischen zu erleben.

Zusammenfassend darf gesagt werden: Ideal für Fliegenfischer, die sich über den Forellenbach/Fluss hinaus weiter entwickeln wollen. Für den, der zum ersten Mal die Herausforderung auf Weißfischarten annimmt, wird das Fischen an der Donau eine große Bereicherung und es eröffnen sich damit ganz neue Perspektiven.
Das Jägerhaus ist eine gutbürgerliche Herberge für Ruhe-Suchende. Alle Zimmer haben einen eigenen Balkon mit Blick zur Donau. Man genießt ausgezeichneten Service und eine gute Küche. Die exzellenten Fleischgerichte vom Zebu-Rind aus hauseigener Zucht oder auch den "Franz-Wurstsalat" muss man probiert haben. Entnommene Fische werden auch gerne in der Küche zubereitet! Hier fühlt sich jeder zwar abseits der "Welt" aber trotzdem hervorragend und richtig familiär aufgehoben. Franz Stehle zeigt jedem Fischer gerne seine Donau und die entsprechenden Zugänge. Wer gut zu Fuß ist, lässt einfach das Auto am Jägerhaus stehen oder radelt entlang (Radl-Verleih in Beuron).

             ↓ Zebu-Rinder
Was den Tageskarten-Preis betrifft, braucht man nichts kalkulieren. Es gibt die Lizenzen sowieso nur für Hausgäste und das erfreulicher Weise für die gesamte Aufenthaltsdauer kostenlos! 
Jägerhaus Fridingen
Fam. Stehle
78567 Fridingen
Tel.: 07466-254
Email: info@jaegerhaus.dewww.jaegerhaus.de

                                                       Jägerhaus   →


Nichtfischende Begleitpersonen können wandern, Burgen und Höhlen erkunden, Rad fahren, baden oder auch mit dem Auto die Städte Tuttlingen oder Sigmaringen besuchen u.v.m.
einfach relaxen !

  mehr Fotos von der jungen Donau in unserer Royal Flyfishing-Fotogalerie

Bericht: Peter Sagerer/Eva Geigl
Fotos/Layout: Eva Geigl