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Anspruchsvolles Fliegenfischen im oberen Gasteiner Tal

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Die Naßfelder Ache, der Quellbach der Gasteiner Ache, entspringt aus dem Schlapperebenkees (Gletscher) am Weinflaschenkogel auf 3008m und einigen Quellen im Schlapperebenkar in etwa 2400m Höhe und wird als Oberlauf der Gasteiner Ache bezeichnet. Sie fließt durch das Naßfelder Tal bei Sportgastein, stürzt kurz nach dem E-Werk den Bärenfall hinunter, rauscht dann über den Kesselfall, läuft weiter über Böckstein bis unterhalb von Bad Gastein, wo sie dort ab Badbruck, nach insgesamt ca. 20 km, beim Zusammenfluss mit dem Kötschachbach zur Gasteiner Ache wird.

Es gibt insgesamt vier Fliegenfischer-Strecken an der Naßfelder Ache, wovon wir hier über die Reviere „Königswalzer“ und „Forellen Jodler“ berichten.

Das Revier „Königswalzer“ beginnt in Böckstein beim Zusammenfluss der Naßfelder Ache mit dem Anlaufbach auf 1130m Höhe. Durch das glasklare Wasser erkennt man sofort, dass hier nur ganz langsames und vorsichtiges Präsentieren Erfolg bringen kann. Man wird erfahrungsgemäß auf dieser Höhe auch keine Großforellen bzw. –Saiblinge erwarten. Fische sind fast nie zu sehen, da sie aus ihren Verstecken heraus agieren und sich zusätzlich farblich extrem an den Untergrund anpassen. Der Bach ist auf den ersten 350 Metern bis zur Brücke am Montanmuseum (Altböckstein) beiderseits an den Ufern meist mit Büschen und Bäumen bewachsen, hat leichte Strukturen und nicht allzu schnelles Wasser.
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Weiter 300m hinauf bis zur Schlucht unterhalb der Evian-Quelle wird es steil mit schnellem Wasserfluss. Wer bis zu dieser Schlucht fischt, muss allerdings auch wieder im Bach zurück waten, da es keinerlei Ausstiege gibt und die Engstelle kein Durchkommen möglich macht. Dieser untere Streckenteil wird auch im Sommer relativ spät von der Sonne erreicht, was zur Folge hat, dass oft bis ca. 13.00 Uhr statt Trockenfliege eine kleine braune oder dunkelbraune Nymphe mehr Erfolg bringt. Am Nachmittag fängt man mit gut schwimmenden hellbraunen oder dunkelbraunen Fliegen wie z.B. Bivisible und Rehhaar-Sedges Größe #10 oder #12.
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Oberhalb der Schlucht zur Evian-Quelle beim gleichnamigen Hotel führt eine Straße zu mehreren Parkplätzen. Wer von hier aus das Revier bis zum oberen Ende am Kesselfall (1350m Höhe) befischt, braucht gute Kondition! Der Rückweg von ca. 1 Stunde (4 km) ist mit Watschuhen nicht so angenehm, deshalb sollte man besser auch noch Wanderschuhe mitnehmen. Verpflegung und Getränke im Rucksack sind sehr praktisch, denn es gibt bis hinauf zur Astenalm keinerlei Ausstiegs-Möglichkeit zum Wanderweg. Ab dem Hotel Evian-Quelle öffnet sich die Naßfelder Ache, wird etwas breiter und lässt genug Platz für feine Präsentationen. Das Bachbett ist absolut natürlich, die Ufer meist frei von Bewuchs, wodurch genussvolles Fliegenfischen möglich ist.
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Weite Würfe sind nicht zu empfehlen, denn die Fische sind sehr aufmerksam. Wer meist vom Ufer aus fischt, wird schneller gesehen als ihm lieb ist, da die Ache auf der gesamten Strecke – bis auf einige kleinere Pools – nicht gerade tief ist. Auf der rechten Seite aufwärts reichen die Steilhänge des Zitterauer Gebirgszuges fast bis zur Ache herunter. Mit etwas Glück entdeckt man bei einsetzender Thermik manchmal Steinadler oder auch Bartgeier im Aufwind. Das Revier „Kaiserwalzer“ ab der Evianquelle ist ein herrliches Naturerlebnis auf 1150 bis 1300m Höhe. Den Höhepunkt auf dieser Fliegenfischer-Strecke bildet das Überlisten der sehr scheuen und schön gezeichneten Forellen und Saiblinge. Besonders sorgsames Zurücksetzen ist Pflicht!
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Unser Tipp für diese lange "Königswalzer"-Tour: bei einem Trinkwasser-Brunnen in Altböckstein beim Bergbaumuseum (Montan Museum) kann man sich vorab die Trinkflasche mit reinem kaltem Quellwasser füllen. Das ganze Gasteinertal ist übrigens "gesegnet" mit unzähligen kalten und warmen Quellen, und Thermen haben das Gebiet Gastein weltberühmt gemacht.
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Revier „Forellen Jodler“ Naßfelder Ache:

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Zu diesem Revier fährt man zunächst von Altböckstein Richtung Sportgastein zur Mautstelle in der Nähe vom Eingang Gasteiner Heilstollen. Weiter geht es durch einige Natur-Tunnels bis nach Sportgastein zur Talstation der Goldbergbahn auf 1560m Höhe. Hier endet die Straße - Parkplätze sind genügend vorhanden. Ab hier beginnt das Gebiet Naßfeld, ein breites Hochplateau, umgeben von vielen Berggipfeln zwischen 2.500 und 3.100m des Nationalparks Hohe Tauern. Eine beeindruckende Kulisse und die Naßfelder Ache schlängelt sich als Wiesenbach durch den Almboden Richtung Talschluß der Niederen- oder Mallnitzer Tauern. Imposante Wasserfälle stürzen von den westlichen Berghängen der Dreitausender hinunter und das Schmelzwasser mit den vielen wichtigen Nährstoffen für Fische, findet den Weg zur Ache.
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Das Revier „Forellen Jodler“ beginnt unterhalb der Goldbergbahn flussabwärts an einem kleinen Stausee. Der Zugang aber ist steil und der Fliegenfischer wird sofort von Bachforellen und Saiblingen bei diesem glasklaren Wasser gesehen. Hier muss man Geduld mitbringen, um den einen oder anderen Fisch zum Anbiss zu verleiten. Interessanter ist hingegen die Ache flussaufwärts ab der Goldbergbahn. Die Ufer sind links und rechts auf einer Gesamtlänge von 5,2 km bis zum oberen Streckenende am Talschluss kurz vor der Veitbauer Alm praktisch frei von Bewuchs. Die Bachstruktur ist abwechslungsreich, flache Rieselstrecken, seitliche Rinnen und leicht felsige Terrassen animieren den Fliegenfischer immer wieder weiter zu wandern. Es lohnt sich also, eine Brotzeit und das vorher in Flaschen gefüllte frische Quell-Trinkwasser im Rucksack mitzunehmen. Die Bergkulisse mit den schönen Almwiesen lädt ein für einige ausgiebige Pausen in dieser Stille und der guten Luft dort oben.
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Nebenbei kann man beobachten, welche Arten von Fliegen auf dem Wasser schweben bzgl. der richtigen Imitation in der Fliegenschachtel. Manchmal ein kurzer Fliegentanz... ein Forellensprung...und sie sind weg. Aufgefallen ist uns, mit fast jeder Naßfelder Ache-Kurve wechseln die Fliegenarten. Hochschwimmende hell- und dunkelbraune Eintags- bzw. Köcherfliegenimitationen werden gerne von den sehr gut genährten, quicklebendigen Forellen und Saiblingen attackiert. In den Morgenstunden bis ca.12.00 Uhr ist auf dieser Berghöhe oft auf die Trockenfliege nicht viel Aktion zu erwarten - besser dann eine leichte Nymphe in Größe #12 präsentieren. Manchmal trifft man auf viel ungleichmäßigen Untergrund...inkl. Baumästen ect., von daher sind schwere Nymphen nicht zu empfehlen. Nur leises Waten bachaufwärts, sowie der Verzicht auf weite Würfe und feines Vorfach führen zum Erfolg. In dem sehr klaren Wasser sehen Fische jede Bewegung, jeden Schatten.
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Insgesamt ist dieses ganze Revier ein wunderschönes Erlebnis für Naturliebhaber! Wanderwege führen zu bewirtschafteten Almhütten (von Mitte Juni bis Mitte September geöffnet) z.B. zur Schareckalm, Moisesalm, Moaralm, Pottingeralm, Naßfelder Alm (Käserei) oder Veitbaueralm, bei denen man sich stärken kann. Alle im Bereich der Naßfelder Ache. Das Valeriehaus ist nahe dem Parkplatz Goldbergbahn (inkl. Nationalpark-Info) und Ausgangspunkt für alle Wanderungen im Naßfeld.
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Gute Kondition und Ausdauer beim Waten muss man selbst mitbringen. Regenjacke und ein warmer Pullover dürfen auf dieser Höhe nie fehlen, denn einen Wettereinbruch sieht man wegen der rundherum hohen Berggipfel erst dann, wenn er schon da ist. Das ca. 5 km intensive Fliegenfischen aufwärts bis zur Reviergrenze und wieder zurück wandern, beansprucht einen ganzen Tag.
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Beide Reviere präsentieren sich in sehr unterschiedlichen wunderschönen Naturlandschaften.
Stundenlanges “Gebirgsbach-Fliegenfischer-Wandern” in traumhafter Bergwelt...eine perfekte Kombination aus Naturgenuß und Bewegung.

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mehr Fotos von der Naßfelder Ache

in unserer Kategorie:  >> Fotogalerie/Naßfelder Ache
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Der Fischwasserbetreiber bietet noch drei weitere Reviere an der Naßfelder Ache an: Die Strecke „Radetzky Marsch“ vom Kesselfall bis zum Bärenfall auf knapp 2 km und das Revier „Mariandl“ am linken Talende im Naßfeld den Weißenbach hinauf - Länge ca. 3 km - ein schmaler Hochgebirgsbach auf 1630 bis 1840m Höhe. Und die Strecke Sieglitzbach mit ca. 3 km Länge von Sportgastein bis zum Talschluss Sieglitztal. Zusätzlich noch zwei Reviere an der Gasteiner Ache - zwischen Bad Hof Gastein und Dorfgastein.

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Fischereibedingungen (Stand 2020):

Saison: 01. April bis Ende Dezember (je nach Schneelage!)
Fischerei: nur Fliegenfischen mit Catch&Release! Einzelhaken ohne Widerhaken.
Erlaubt sind Trockenfliege, Nassfliege, Nymphe oder Streamer.

Tageskarten:
Die gestaffelten Tageskartenpreise für alle Reviere sind zu finden in der Webseite des Fischwasserbetreibers, unter: www.mangojerry-fly.fishing/index.html
Kartenausgabe: nur nach Voranmeldung/Vorbestellung.
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Tourismusbüro Bad Gastein Infos (Direkt-Links zum Tourismusbüro):

Übernachtungsmöglichkeiten in der Region:

https://www.gastein.com/unterkuenfte/suchen-buchen/

allgemeine Infos:

www.gastein.com

Fliegenfischen in Gastein:

https://www.gastein.com/service/gastein-von-a-z/detail/infrastruktur/mango-jerry-fliegenfischen-bad-gastein/

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Für nichtfischende Begleitpersonen bietet das Gasteiner-Tal eine Menge Aktivitäten:
Thermenbesuch, Schwimmen, Wandern (sehr viel Möglichkeiten an leichten bis mittelschweren Wandertouren), Mountainbiken, Klettern, Gleitschirmfliegen, Reiten, Tennis, Bogenschießen, Golf, Goldabbau-Museum Altböckstein, Goldwaschen an der Naßfelder Ache bei der Evian-Quelle, u.v.m.
Informationen unter:

https://www.gastein.com/aktiv/sommer/sommer-mehr/
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Text: Royal Flyfishing
Fotos/Text/Layout: Eva Geigl