Bachflohkrebse stellen in vielen Gewässern den größten Anteil der Kleinstlebewesen dar. Mit Stückzahlen von mehren Tausend pro Quadratmeter zählen sie zu den wichtigsten Fischnährtieren, vor allem für Arten wie die Bachforelle, was man bei manchen Exemplaren auch deutlich an ihrem rötlich gefärbten Fleisch erkennen kann.
In unseren alpinen und subalpinen Gewässern sind vor allem drei Arten vertreten, Gammarus fossarum, G. pulex und G. roeseli. Auf den ersten Blick sehen sich die drei Vertreter sehr ähnlich, doch bei genauerer Betrachtung kann man bei manchen Tieren deutlich Zacken am rückseitigen Körperende erkennen. Hierbei handelt es sich um G. roeseli. Die anderen Arten sind mit bloßem Auge kaum zu unterscheiden, da nur an dem letzten Beinpaar ein Unterschied besteht. Alle drei Gammarusarten haben auch einige gemeinsame Eigenschaften. 

Die Körpergröße der ausgewachsenen Bachflohkrebse liegt ungefähr bei 1,7 bis 2,4 cm. Sie sind grau-braun bis bläulich und weisen manchmal rote Flecken an den Körperseiten auf. Diese Flecken sieht man häufig bei G. roeseli, aber hin und wieder auch bei den beiden anderen Arten. Als Lebensraum kommen wenig bis gering belastete Gewässer in Frage, wobei sowohl Fließ- als auch Stillgewässer besiedelt werden, allerdings nie tiefer als zwei Meter. Man findet sie an Pflanzen, unter Steinen und im losen Kies.
Als Nahrung bevorzugen sie sich zersetzendes Pflanzenmaterial, egal ob von Wasser- oder Landpflanzen, aber auch tierisches Material, wie Aas oder sogar Artgenossen wird nicht verschmäht. Zur Paarungszeit heften sich die Männchen an die Weibchen und schwimmen einige Zeit „Huckepack“ mit ihnen herum, bevor sie ihr Sperma in die Bruttasche des Weibchens abgeben. Die Weibchen tragen die befruchteten Eier dann an der Bauchseite in dieser Bruttasche, bis die fertig entwickelten jungen Flohkrebse schlüpfen.

Die Vermehrung findet zwei- bis fünfmal im Jahr statt, wobei jeweils 40 bis 100 Jungtiere schlüpfen und der Herbst als Hauptpaarungszeit gilt. Die Jungtiere selbst werden, je nach Witterung und Schlupfzeitpunkt, nach ungefähr einem halben Jahr geschlechtsreif, wobei die Tiere bis dahin circa 7 Häutungen durchlaufen.

Die charakteristische Bewegung, bei der sich die Bachflohkrebse auf die Körperseite drehen und im Zickzack schwimmen, könnte ein Grund dafür sein, dass die Bachflohkrebse zwar einen wichtigen Bestandteil der natürlichen Nahrung vieler Fische darstellen, aber dennoch als Kunstköder schlecht angenommen werden.


Bericht und Fotos: Vanessa Kollin (Dipl.-Biol.)