Biografie
 
 
Christopher Watson 12 lbs rainbow

Ich wurde 1957 in Bramhall, Cheshire geboren, wo meine Eltern und meine Schwester mit ihrer Familie heute noch leben.

Meine weiteren Interessen außer Fliegenfischen und –binden beinhalten die Naturerhaltung und das Fangen und Fotografieren von tropischen Fischen.

Das Fischen hat in unserer Familie eine lange Tradition und kann bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück verfolgt werden. Beide, mein Urgroßvater und mein Großvater waren erfahrene und sehr erfolgreiche Match-Fischer. Mein Opa gewann alle Goldmedaillien in England während des 2. Weltkrieges. Ab seiner Pensionierung ging mein Großvater nach Schottland und verbrachte seine Zeit beim Lachsfischen am River Tay, an dem er Exemplare mit über 50 Pfund fing. Gegenwärtig  angeln 7 Mitglieder meiner engsten Familie.

Meine Begeisterung für Wasser und alles was damit zu tun hat,  begann in sehr frühen Jahren als ich jede Gelegenheit wahrnahm, mich an Teichen und Flüssen meiner Umgebung aufzuhalten. Ich begann das Fischen mit Rute und Schnur in der Mitte der 60-er Jahre, da ich meinen Vater und den Onkel plagte, mir eine Ausrüstung zu besorgen. Meine ersten Ausflüge damit gingen an die umliegenden Seen, wo ich lernte auf Rotaugen und Barsche zu fischen. Ich benutzte dazu meines Vaters alte 15 Fuß Split-Cane Rute und eine hölzerne Rolle. Sehr schnell wurde ich richtig besessen in allen Bewandtnissen der Fischerei. Einige Jahre verbrachte ich in der typischen „Jagd-Szene“ sehr erfolgreich fischend auf große Karpfen, Tench, Chub und Hechte.  Immer besonders frustrierend für mich waren die 3 Monate Schonzeit für Weißfische und dass ich in dieser Zeit gezwungen war meine Ruten liegen zu lassen.  Dadurch beschloss ich das Fliegenfischen anzufangen, was, wie ich schnell herausfand, während der Schonzeit meine gesamte Fischereizeit vereinnahmte. Ich liebte die Herausforderung, welche mir das Fliegenfischen darbot.

Bevor ich Fliegenbinden lernte, gebrauchte ich hauptsächlich kommerziell gebundene Muster und gelegentlich mal eine Fliege von meinem Vater, die er gebunden hatte. Ich konnte es mir nicht leisten einen professionellen Bindekurs zu besuchen, weshalb ich ihm einredete, dass es sinnvoll wäre mir das Fliegenbinden beizubringen, weil ich dann aufhören würde, ihn ständig wegen Fliegen zu belästigen. Meine ersten Bindeversuche waren eine Katastrophe - mit dem Ergebnis, dass mir mein Vater nahelegte, aufzugeben.  Aber auf einmal habe ich alles verstanden und seitdem schaute ich auch nie mehr zurück!  Nachdem ich die Grundregeln des Fliegenbindens gelernt hatte, las ich jedes Buch das ich in die Hand bekam und nutzte jede Gelegenheit andere Menschen binden zu sehen, einschließlich einiger weltbekannter Experten.

Anfangs konnte ich mir das benötigte Material nicht leisten, um die Fliegen anderer Binder nachzubinden. Mit meinem Interesse an allem was im Wasser lebt, kam die innere Neugierde, wie ich meine Fang-Rate verbessern könnte. Ich fand, dass meine eigenen Fliegen oft eine Menge Fisch fingen, während Anglerfreunde sich abmühten. Durch Erfahrungen und weitere Verbesserungen verbesserte sich meine Kollektion des Bindematerials sowohl in Umfang als auch in Qualität.
Bei einem Besuch eines Fliegenfischer-Shops – in dem ich meine Materialien kaufte – zeigte ich dem Eigentümer (einem Top-Fliegenbinder) einige meiner eigenen Muster. Er fragte, ob ich diese schon öffentlich vor Publikum gezeigt hätte. Meine Antwort war ungefähr:  nein, ich doch nicht, ich bin nicht gut genug! Schliesslich überredete er mich, für ihn bei seiner nächsten Ausstellung zu binden. Nach einem unsicheren Start auf meiner ersten Show war ich begeistert, tatsächlich Leute um mich zu haben, die mir beim Binden zusahen.

Ich habe nicht gezählt, wie viele Vorführungen und Workshops ich seitdem überall in England, Kenya und in den USA durchgeführt habe. Mehr als 20 Jahre habe ich auf der „Chatsworth Angling Fair“ bis zur letzten Show 2006 gebunden. Ebenso bei jeder „British Fly Fair“ (bin dieses Jahr wieder eingeladen) und anderen englischen Shows. 

Ich kann alle Typen von Süß- und Salzwasserfliegen binden und vorführen, sowohl traditionell als auch modern. Ich bin spezialisiert für detaillierte Nachahmungen von Fliegen für Forellen und Äschen. Die meisten Fliegen die ich heute binde, sind entweder meine eigenen Kreationen oder meine Variationen von Mustern anderer Binder. Ich bestehe auf Verwendung guter Haken und bestem Material, das ich weltweit besorge, denn ich denke, um das beste Ergebnis zu erzielen kannst Du keinen Kompromiss eingehen. Alle meine Fliegen sind gründlich getestet und jede hat vorher mindestens 50 Fische gefangen, bevor ich sie zeige oder veröffentliche. Für das Design aller meiner Fliegen ist das Beobachten und Studieren der Natur und das Fressverhalten des Fisches von besonderer Bedeutung. Ich versuche, meine Fliegen so einfach wie möglich zu halten, ohne die Fangrate zu beeinträchtigen. Wenn das Hinzufügen von Material oder der unnötige Gebrauch von Fliegenbindetechnik das Fangergebnis nicht verbessert, dann lasse ich es einfach weg. Ich achte darauf, meine Fliegen so haltbar zu machen, wie es das verwendete Material es erlaubt und vermeide wo es geht  „Ein-Fisch-Fliegen“ herzustellen. 

Wenn ich binde und Workshops leite, bemühe ich mich sicher zu stellen, dass die Zuschauer genauestens bei jedem Binde-Schritt erfahren, was, wie und warum ich das so mache. Ich hebe hervor, dass eine Fliege die auf eine spezielle Art mit bestimmten Materialien gemacht wird, nicht nur auf diese Art gebunden werden kann. Ich sehe meine Arbeit als Demonstrator nicht darin, den Leuten nicht nur die besten Techniken zu zeigen, sondern sie auch anzuregen, andere Wege zu gehen. Nur anderer Leute Fliegen zu kopieren erstickt jede Innovation. 

Die letzten Jahre publizierte ich eine grosse Anzahl meiner Fliegen in Magazinen.
Vor kurzem erschienen in der Winterausgabe 2007 des „Fly Dresser“ ein 8-seitiger Artikel und im Januarheft 2007  des  „Fly Fishing and Fly Tying“ ein 3-Seiten Bericht, in dem 10 meiner Fliegen besonders hervorgehoben wurden. Diese Fliegen sind gegenwärtig in der Ausstellung des  „The Catskill Fly Fishing Center and Museum“.

Ich bin aktives Mitglied der  „Prince Albert Angling Society“ , dem grössten Fischerclub Europas und bin Gründungsmitglied des „Executive Committee of the Fly Dressers Guild“ und war mehr als zehn Jahre Sekretär der Nord-West-Abteilung. 

Zusammenfassung und Zukunftspläne:
Mein Fischen und Fliegenbinden gab und gibt mir immer wieder kontinuierlich ganz viel Freude. Ich bin sehr leidenschaftlich in jeder Hinsicht meines Sports und seiner begleitenden Aktivitäten. Ich sehe es als besonderes Privileg, die Chance zu haben, so vielen Menschen in den letzten mehr als 20 Jahren das Fliegenbinden zeigen zu dürfen und habe vor, das, so lange ich dazu physisch in der Lage bin, weiter zu tun. Ich denke, je mehr Du in eine Aktivität einbringst, desto mehr kommt wieder heraus, was auch der Hauptgrund für das ist, was ich mache. Ein anderes Erlebnis ist die Anzahl der sagenhaften Plätze, die ich besuchte und dabei großartige Menschen traf. Weltweit bekam ich ganz viele Freunde. 

Im Moment arbeite ich an einigen neuen Magazin-Berichten und plane ein Buch. Ich werde jetzt im Mai 2008 auf der „Dutch Fly Fair“ binden und habe eine Einladung in die Staaten für Oktober angenommen um dort eine Show, einige Demonstrationen und Workshops zu machen.  



 Chris Watson  - Mai 2008 -



 

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Text und Fotos von Christopher Watson
Grafik: Eva Geigl