Franz Xaver Ortner

Mein fischereilicher Lebenslauf

Nach ersten Kontakten als Dreikäsehoch mit  dem Fliegenfischen an der Mühlheimer Ache, an der amerikanische Besatzungssoldaten ihre Ruten schwangen und ihre gefangenen Fische von uns Dreikäsehochs an Ufer bringen liessen, und den einige Jahre später für halbwüchsige Buben unvermeidlichen illegalen Fischereiaktionen versank die Fischerei in der Vergessenheit, zumal es mit zunehmendem Alter galt, statt langen Fischen langbeinigen Mädchen nachzustellen. Erst 1975, mit dem Einstieg in die damals sehr begehrte Zeitungsnachtschicht (Zaster, Zaster) und damit verbundener vermehrter Freizeit während des Tages begann ich ernsthaft mit Jahreslizenz am Fuschlsee in Salzburg auf alles zu fischen, was Flossen trug. Nach dem Binden der ersten eigenen Saiblings- und Maränennymphen für die Hegene an der Winkelpickerrute ergaben sich die ersten Berührungspunkte mit dem Binden von Trockenfliegen und der Fliegenfischerei. Seither mit Leib und Seele bei der Sache, alles prüfend, was sich unter Umständen als Bindematerial eignen könnte. Zunehmend weitere Kreise führten mich an viele österreichische Fliegengewässer. Auf die Frage, wo ich überall fische, pflege ich mit der Standardantwort zu antworten: „Zwischen Mauritius und den Lofoten, überall, wo´s geht.“ 

Zuerst  Assistenz bei Jugend- und Erwachsenenkursen, später selbständige Führung von Wurf- und Bindekursen für verschiedene Angelgeschäfte ins Salzburg und weiterer Umgebung. Fliegenfischer mit Passion, Fliegenbinder, mehrere Jahre Delegierter der Sportfischer im Bezirksfischereirat Salzburg-Umgebung, früher Funktionen in mehreren Angelvereinen, Gründung und Führung von Fliegenbinderstammtischen, seit ca. zwanzig Jahren Demonstrationsbinden bei Ausstellungen und Messen, Gewinner von internationalen Fliegenbindewettbewerben und weitere Platzierungen, Restaurieren und Reparieren von Ruten und Rollen aller Art, Malen von Bildern von (hauptsächlich hobbybezogen, Fische, Lachsfliegen etc.) in verschiedenen Techniken, gelegentliche Berichte von Angelreisen und Fischereigewässern in verschiedenen Medien.

 Franz Xaver Ortner

Jahre hindurch Reiseleitung bei Angelreisen auf die Alandinseln, freizügig mit Rat und Tat in Belangen der Fischerei, im Freundeskreis bekannt als Spassvogel und Witzler mit Hang zur Ironie.
Die ersten Versuche, natürliche Insektenflügel zu scannen, auf Film zu belichten und die ausgeschnittenen Flügel  in Fliegen  einzubinden, brachten überraschende Erfolge bei internationalen Bindewettbewerben von Realistic-Flies. Ansonsten reicht die binderische Palette von der 28er Midge bis zum 25-cm-Gelenkstreamer.

Auf den kleinsten Haken, der von Mustad hergestellt wird, ein 36er, binde ich gelegentlich für Schaubilder Fliegen (mit V-Flügeln!)

Die am schnellsten zu bindende Fliege aus meinem Programm, die Schlittersedge „(Fast Food“), gelang mir in einem Versuch vor Zeugen in 78 Sekunden.

Hoffnungslos mit Arbeit überlastet, gelingen kreative Neuigkeiten wesentlich langsamer als früher. Lediglich das Nachlassen der Geissel der Potenz respektive die bevorstehende Pensionierung bringt Hoffnung, in  weiterer Zukunft wieder mehr Zeit für die wichtigsten Dinge des Lebens wie Fliegenfischen und -binden zu gewinnen.



 

 

 

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Bericht: Franz Xaver Ortner
Foto:    Peter Sagerer
Grafik:  Eva Geigl