Das waidgerechte Angeln mit der Fliegengerte mit dem Ziel der Hege und Pflege des Fischbestandes, die Pflege echter Freundschaft unter Fischern im In- und Ausland, sowie die Weitergabe des Wissens und der Erfahrung an andere Fischer, insbesondere an die am Fischen interessierte Jugend. 

Mit diesen Grundsätzen gründeten am 4. Dezember 1995
Gebhard Dejaco, Ralf Dejaco, Klaus Feichter, Karlheinz Grund, Heinz Gutweniger und Hubert Indra den „Castingclub Südtirol“.

Ein wesentlicher Teil zur Realisierung der Ziele und über unsere Anliegen  besteht in der Öffentlichkeitsarbeit, also in der Information der Medien und der mit Fischerei und Gewässerschutz befassten Politiker und öffentlichen Einrichtungen. Der CCS sieht sich nicht nur bloss als ein lokaler Club, sondern als grenzüberschreitender Ansprechpartner und Gastgeber aller, die sich mit unseren Zielen identifizieren.
Nicht durch Zufall kommen die Mitglieder des CCS aus allen Südtiroler Landesteilen; der Club hat somit einen flächendeckende Zugang zu den renomiertesten Fischgewässern Südtirols, ohne selbst eins zu besitzen. Unbedingt nennenswert ist dabei, dass einige unserer Mitglieder selbst Bewirtschafter solcher Gewässer sind und dass gar ein jeder zumindest in einem Fischereiverein aktives Mitglied ist.
So ist auch zu erklären, dass die „Stimme“ des CCS immer mehr Beachtung, Wohlwollen und Unterstützung gefunden hat; vor allem was die Massnahmen der Bewirtschaftung anbelangt – und da sind wir jetzt auf dem Punkt gekommen. Die naturnahe Bewirtschaftung in Kombination mit schonenden Fangmethoden, also der Fliegenfischerei. Sie stützt sich einzig und allein auf die natürliche Produktivität des betreffenden Gewässers (Fließgewässer), also auf das was das Wasser im Stande ist aus eigener Kraft zu erzeugen und auch zu erhalten.
In den grossen Gewässern (Etsch, Eisack, Rienz, Passer, Ahr) versucht man in einem langfristigen behutsamen Programm die Bachforelle abzubauen, um die autochtone marmorierte Forelle (Marmorata) zu fördern; die Bachforelle kreuzt sich mit der Marmorierten und um dieser Hybridisierung entgegenzuwirken sind für die „Marmoratagewässer“ als Alternativbesatz auch Regenbogenforellen vorgesehen; diese kommen ausschließlich aus kontrollierten und zertifizierten Zuchten – also aus seuchenfreien Betrieben.

Kombiniert mit schonenden Fangmethoden, allem voran der Fliegenfischerei, ermöglicht es den Erhalt und die Förderung eines ausgeglichenen Fischbestandes von Brütlingen bis hin zu fangreifen- und noch grösseren Fischen. Die Erklärung dazu liegt nicht im geringeren Befischungsdruck, sondern in der waidgerechten und schonenden Art des Fischens.

Durch eine glückliche Fügung in den Jahren 1996 und 1997 und vor allem durch die wertvollen Kontakte zu den österreichischen Castingclubs, bescherte den CCS mit der Vermittlung- bzw. Einbringung einer der wertvollsten und umfangreichsten kontinentalen Sammlung von alten Fischereigeräten – vorwiegend gespliesste Ruten, Rollen und künstliche Fliegen. Die Sammlung gibt dem Betrachter einen nahezu geschlossenen Überblick über die verschiedenen Epochen und über die Kultur der eleganten Art des Fliegenfischen.

Die rare gespliesste „Midge“ des legendären amerikanischen Rutenbauers Young, sowie die kleinste, nicht minder legendäre Rolle „Walker Reel“, oder das absolute Unikat, die PEZON&MICHEL Souvenierrute „Charles Ritz“.

Selten und interessant sind weiters die verschiedensten Flugangel-Teleskopruten und Ruten zum Aufstecken, gefertigt aus Bristolstahl. Besonders sehenswert sind zwei Huchenfallen aus der Zeit um 1870. Ein wunderschöner präparierter Huchen von über 1 m Länge illustriert diese Fischart im Fischereimuseum.

Dipl.Kfm. Rudolf Reichel aus Hof in der Pfalz, aber wohnhaft im österreichischen Altenmarkt an der Enns, hatte viele Jahre lang wertvolle, antike Fischereigeräte aus ganz Europa und Übersee zusammengetragen. Nunmehr hatte er sie dem Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei, „solange das Museum besteht“, als Leihgabe übertragen. Auch andere Museen, darunter das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, hatten sich um die Gegenstände beworben, doch Rudolf Reichel hatte den Südtirolern mit dem Jagd und Fischereimuseum Schloß Wolfsthurn
in Mareit bei Sterzing den Vorzug gegeben.

Am 16. Mai 1997 erfolgte die Übergabe. Im Rahmen einer kleinen Feier in Brixen, wo der Leihvertrag vom zuständigen Landesrat Bruno Hosp, Rudolf Reichel und den Präsidenten des CCS Hubert Indra in Anwesenheit von Notar Ciatti unterzeichnet wurde.

Im August 1997 wurde dann der Fischereiteil des Jagd- und Fischereimuseums, mit dem Herzstück „Sammlung Rudolf Reichel“, seiner Bestimmung übergeben. An die 930 Exponate hatten nun, so die Worte von Rudolf Reichel,  „ein schönes Zuhause“ gefunden.Vor allem diese Sammlung hat dazu beigetragen, dass der Stellenwert der Fliegenfischerei, insbesondere bei der Jugend, Südtirolweit einen enormen Aufschwung erhalten hat.

Zum diesjährigen 10-jährigen Bestehen der „Sammlung Rudolf Reichel“ kommt eine weitere Attraktion hinzu:

Dem Anfang 2007 verstorbenen einzigartigen Walter Brunner aus Steyr in Oberösterreich, der zweifelsohne die allerschönsten Fliegenruten des alten Kontinents baute, widmet der Castingclub Südtirol eine Vitrine mit mehreren Exponaten.



Die Jubiläumsfeier „Sammlung Rudolf Reichel“ und die Enthüllung der „Brunner Vitrine" war am

22. September 2007

im Rahmen einer offiziellen Feierlichkeit 
 

 

Walter Brunner
Walter Brunner

 

Einweihung Brunner Vitrine

Brunner Vitrine

Frau Brunner vor der Brunner Vitrine

 



Hubert Indra
Der Präsident des CCS - Hubert Indra

 

 Passer
Passer

 Eisack
Eisack

 

 

Bericht: Hubert Indra
Fotos/Grafik: Eva Geigl/Royal Flyfishing
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